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Ergebnissprotokoll des EURAC – Workshops “Juridische Aspekte von Lawinenauslösungen“

Ergebnissprotokoll des EURAC – Workshops “Juridische Aspekte von Lawinenauslösungen“
 
 
31.01.2011 -
Ergebnissprotokoll des EURAC - Workshops "Juridische Aspekte von Lawinenauslösungen"
Lawine ausgelöst – ab ins Gefängnis? Beim EURAC - Workshop diskutierten Vertreter der alpinen Vereine, Bergretter, Bergführer und Lawinenexperten mit Staatsanwalt Rispoli über das Thema „Juridische Aspekte von Lawinenauslösungen“. Das  Abschlussdokument wurde nun von der EURAC veröffentlicht.

Gemeinsam mit der Abteilung für Brand- und Zivilschutz hat das EURAC-Institut für Alpine Notfallmedizin einen Workshop zu den „Juridischen Aspekten von Lawinenauslösungen“ veranstaltet. Staatsanwalt Guido Rispoli nahm daran ebenso teil wie Bergführer und Vertreter der Bergrettungs- und Alpinvereine.
Das Ergebnisprotokoll wurde nun von der EURAC veröffentlicht, wobei es sich hierbei um kein rechtlich verbindliches Dokument handelt. Ihr findet es auf dieser Seite als Download.

Mit welchen strafrechtlichen Folgen muss ein Wintersportler in Südtirol rechnen, der eine Lawine auslöst? Die Angst geht im Wintersportparadies Südtirol um, da hier die italienische Gesetzeslage im Vergleich zu den umliegenden Alpenländern verschärfte Strafen bei Lawinenauslösungen vorsieht.


Die Folge: Viele Lawinenabgänge werden nicht gemeldet, was zu Fehleinsätzen der Bergrettung, hohen Kosten und im schlimmsten Fall sogar zum Tod von Verschütteten führen kann. Mit dem Ziel, die zum Teil ungerechtfertigte Panikmache auf eine sachliche Ebene zu bringen und Klarheit zu schaffen, hat das EURAC-Institut für Alpine Notfallmedizin gemeinsam mit der Abteilung für Brand- und Zivilschutz einen Workshop zu den „Juridischen Aspekten von Lawinenauslösungen“ veranstaltet. Staatsanwalt Guido Rispoli nahm daran neben Vertretern aus Bergrettungs- und Alpinvereinen teil. Die Ergebnisse des Workshops liegen nun vor.

Zur Grundlage der Diskussion: Eine Lawine bringt Menschen in Gefahr, und laut italienischem Gesetz ist bereits die Gefährdung von Menschen - die Gefährdung der öffentlichen Unversehrtheit - strafbar. Daher verbreitete sich die Schreckensnachricht unter den Wintersportlern, dass das alleinige Auslösen einer Lawine bestraft wird, auch wenn niemand dabei unmittelbar zu Schaden kommt. Vor diesem Hintergrund ergab sich im Workshop als wichtigstes Fazit: Wer im menschenleeren freien Gelände außerhalb von Skipisten eine Lawine auslöst und diese keine Personen verletzt, hat keine Strafverfolgung zu befürchten.

Was auf den ersten Blick als selbstverständlich erscheint, zeigt sich angesichts der italienischen Gesetzeslage als sehr viel vertrackter. Der zentrale Knackpunkt, der im Workshop diskutiert wurde: der Ort, wo eine Lawine ausgelöst wird. Die Diskussionsteilnehmer einigten sich auf die Unterscheidung zwischen menschenleeren Gebieten außerhalb von Skipisten, so genannten „nicht anthropisierten“ Gebieten einerseits, und Skigebieten bzw. Gebieten, wo Menschen sich aufhalten, so genannten „anthropisierten“ Gebieten andererseits.
Daher ist es für Wintersportler besonders wichtig, das Gebiet, in dem sie sich aufhalten, zu überblicken und abzuschätzen, inwieweit sich dort Menschen aufhalten. Denn in „anthropisiertem“ Gebiet hat das Auslösen einer Lawine – unabhängig vom Personenschaden – immer strafrechtliche Folgen. Sollte hingegen in menschenleeren, also „nicht anthropisierten“ Gebieten, dennoch jemand nach dem Auslösen einer Lawine verletzt werden, kann der Auslösende ebenfalls bestraft werden, jedoch in geringerem Maß als in „anthropisiertem“ Gebiet. Diese Unterscheidung wurde erstmals in dieser Klarheit zu Papier gebracht und birgt einen wichtigen Ansatz für die künftige Interpretation der italienischen Gesetze in Bezug auf Lawinenauslösungen in Südtirol.

Abschließendes Fazit: Die Meldung von Lawinenabgängen ist in jedem Fall eine moralische Pflicht, die an sich noch keine strafrechtliche Verfolgung nach sich zieht. Wer bei Lawinenauslösung keinen Notruf absetzt, bringt unter Umständen das Leben von Verschütteten in Gefahr und verursacht zudem aufwändige Bergrettungseinsätze und hohe Kosten.

Ergebnissprotokoll des EURAC – Workshops “Juridische Aspekte von Lawinenauslösungen“
 
 

 



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