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Klettern im Wilden Westen - Indian Creek 2012

Klettern im Wilden Westen - Indian Creek 2012
 
 
Im Februar 2012 reisten Rebecca Finch und Georg Hueber zum Rissklettern in den Westen der USA ...

8. Februar 2012, 20 Uhr, Las Vegas: Nach 13 Stunden im Flugzeug sind wir endlich angekommen. Noch benommen vom langen Flug befinden wir uns plötzlich auf dem „Strip“, der Hauptstraße von Vegas, umgeben von einem Meer an beleuchteten surrealen Gebäuden, blinkenden Leuchtschriften und Menschenmassen. Einfach nur verrückt, aber irgendwie doch faszinierend.

Am nächsten Morgen starten wir Richtung Indian Creek, dem Ziel unserer Reise. Es handelt sich dabei um das Risskletter-Paradies schlechthin: Hunderte von perfekten Rissen in jeder Breite, die Wände über eine Strecke von 13 Meilen verteilt.
Nach 8 Stunden Autofahrt ist es schon finster, als wir am Abend im Creek ankommen.
Am Morgen darauf sehen wir endlich, wo wir gelandet sind und sind begeistert! Die orangefarbenen Wände leuchten in der Morgensonne, eingebettet in die schier endlose Prärie. Voll Tatendrang beginnen wir zu klettern, sobald die Sonne den Fels etwas aufgewärmt hat. Als erstes nehmen wir uns den Klassiker „Supercrack“ (5.10) vor. Schorsch steigt die Tour auf Anhieb durch, aber ich bin den Tränen nahe, als mir schon auf der Hälfte der Route die Hände bluten. Alles tut weh und ich weiß nicht mehr, wie ich mich anstellen soll, weil ich trotz aller Bemühungen das Gefühl habe, jeden Moment aus diesem verdammten Riss rauszurutschen.
Wir versuchen noch zwei weitere Touren, den „Coyne Crack“ (5.11+) und „Incredible hand Crack“ (5.10), Schorsch mit Erfolg. Am Abend sind die Hände blutig und der gesamte Körper tut weh. Wir haben zwei Dinge gelernt: Das Klettern in Creek ist „full body workout“, wie es im Kletterführer treffend beschrieben ist, und die Schwierigkeiten sind sehr relativ, weil sie sehr von der Hand- bzw. Fingergröße abhängen.
Am nächsten Tag haben wir schon Muskelkater, aber das Wetter ist super und wir gewöhnen uns langsam ans Klemmen (und an die Schmerzen). Auch ich kann endlich einen Erfolg verbuchen („Scarface“, 5.11-) und das Selbstvertrauen (und die Motivation) steigen wieder.



Genau als es das erste Mal regnet, wird der Reißverschluss von unserem Zelt kaputt. Für den Rest unseres Aufenthalts ist deshalb Schlafen im Auto angesagt.
Also packen wir alles um, richten uns den Jeep als „Schlafzimmer“ und das Zelt als „Vorratskammer“ ein.
Als wir am Abend vom Klettern zurückkommen, erleben wir eine Überraschung: In die Zeltwand wurde ein kreisrundes Loch gebissen, von Apfel über Karotte, Käse, Brot und Reis ist alles angenagt. Die Erdhörnchen hatten anscheinend auch Hunger!

Nach einer Woche schmerzt das Verklemmen der Hände und Füße nicht mehr so sehr, das Vertrauen in unsere Hände und Füße (und in die mobilen Absicherungen) ist gewachsen und wir sind von dieser uns bisher unbekannten Art des Kletterns begeistert.
Eines Nachmittags lernen wir zufällig Jeff aus Kalifornien kennen. Er ist alleine hier, in der Hoffnung ein paar Leute zum Klettern zu finden. Wir kommen mit ihm ins Gespräch und beschließen am nächsten Tag gemeinsam zu klettern. Am Ende verbringen wir eine ganze Woche miteinander.
Die darauffolgenden Tage strahlt die Sonne von einem wolkenlosen Himmel und wir nutzen die Zeit. Schorsch kann so einige Touren punkten: „Swedin- Ringle“ (5.12-), „Battle of the bulge“ (5.11), „Way Rambo“ (5.12-), „Mad dog“ (5.11+), „Cat burglar“ (5.12), „Puma“ (5.11+/12-) und „Burl dog“ (5.12+). Und auch ich kann nach den Startschwierigkeiten einige Touren durchsteigen ohne rauszufliegen: „Blue sun“ (5.10-), „Cat man do“ (5.10), „Cool cat“ (5.11), „Puma“ (5.11+/12-) und „Way Rambo“ (5.12-.)



Nach zwei Wochen im Creek machen wir uns schweren Herzens wieder auf den Weg Richtung Süden. In St. George machen wir noch einen Abstecher zur „Chuckawalla Wall“, einem Klettergarten aus rotem Sandstein, der so durchlöchert ist, dass er von weitem einer Bienewabe ähnelt. Es macht Riesenspaß, endlich wieder Griffe in den Händen zu halten und sich nicht über die Absicherung Sorgen machen zu müssen. Bis zum Abend haben wir mehr als die Hälfte der ca. 20 Touren geklettert und festgestellt, dass auch das „normale“ Sportklettern noch ganz gut geht.



Während der Rückfahrt im Auto auf den ewig geraden Highways durch die Prärie ziehen wir Bilanz über die letzten zwei Wochen: Nicht nur das Klettern war eine einzigartige Erfahrung. Die weite Landschaft, in deren Weite man sich anfangs ganz verloren fühlte, die orange-roten Felsen, die gegen den strahlend dunkelblauen Himmel leuchteten, die Stille, die nachts nur von ein paar Kojotenrufen unterbrochen wurde, der immense Sternenhimmel, die Tatsache, dass die nächste Zivilisation eine Stunde Autofahrt entfernt war und wir sogar das Wasser von dort mitnehmen mussten, aber auch die Freundlichkeit und Offenheit der Leute, die wir auf unserer Reise getroffen haben, haben tiefe Eindrücke hinterlassen.

Abschließend möchten wir uns bei Mountain Equipment für die Bekleidung bedanken, und last but not least auch ein großes Dankeschön an unsere Kollegen, die uns einen Teil ihrer Ausrüstung zur Verfügung gestellt haben! 

                                                                                                                                        Rebecca Finch 
                                                                                                                                        Georg Hueber



Klettern im Wilden Westen - Indian Creek 2012
 
 
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Kathrin
Bin schon seit meinem 7. Lebensjahr Mitglied beim AVS und bin noch immer aktiv dabei. Ich habe dadurch die Liebe zu den Bergen, zum Klettern und Bergsteigen entdeckt und dabei viel gelernt. Heute bin ich 23 Jahre und weiß somit meine Freizeit aktiv und sinnvoll zu gestalten....
 


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