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Skihochtourenwoche 2008

Skihochtourenwoche 2008
 
 
Ein Bericht von Toni Obojes

Am Dienstag, 22. April 2008 sind drei skitourenbegeisterte Jugendliche Daniel, Konrad und Benedikt mit mir bei strömenden Regen nach Grindelwald gefahren.

Eigentlich wollten wir noch am selben Tag mit der Jungfraubahn zum Jungraujoch fahren und dann noch mit den Skiern zur Konkordiahütte abfahren. Dies war aber angesichts des schlechten Wetters nicht möglich, also blieben wir für die erste Nacht in Grindelwald und übernachteten dort in einer kleinen Pension.

Am nächsten Tag war das Wetter immer noch grausam schlecht. Trotzdem fuhren wir mit der ersten Bahn zur kleinen Scheidegg und dann weiter zum Jungfraujoch. Als wir dann ins Freie treten wollten, war dies nicht möglich, da am Ausgang fast drei Meter Neuschnee lagen und wir vorerst warten mussten, bis eine Schneefräse den Ausgang frei gefräst hatte. Wir überbrückten die Zeit mit einem Viererwatter in der Bar des Jungfraujochs. Gegen Mittag war es dann schließlich möglich ins Frei zu gehen, allerdings schneite es immer noch, und Sicht war praktisch keine. Wir entschieden uns zur nahen Mönchsjochhütte zu gehen und dann noch ein wenig abzuwarten, schließlich sollte das Wetter besser werden. Am Nachmittag klarte es dann kurz auf. Wir packten unsere Skier und fuhren über den Jungfrauferner Richtung Konkordiahütte. Da die Sicht wieder schlechter wurde, seilten wir uns an, bis wir den sogenannten Konkordiaplatz erreichten. Dieser beeindruckende Gletscher gilt als der größte Gletscher der Alpen und hat eine Dicke von 900 Metern. Allerdings macht der Gletscherrückgang auch vor diesem Gletscher nicht Halt. Dies macht eindrücklich die Eisentreppe zur Konkordiahütte deutlich, die fast jedes Jahr um einige Meter verlängert werden muss.

Für Donnerstag war nun endlich gutes Wetter angesagt und unser Tatendrang enorm. In der Zwischenzeit hatte es allerdings über einen Meter geschneit und die Lawinengefahr war erheblich. Am nächsten Tag starteten wir nach langem Kartenstudium zum Großen Fiescherhorn, welches man über den Fieschersattel erreicht und planten die Abfahrt über den Walliser Fiescherfirn zur Finsteraarhornhütte. Doch als wir am Fuße des Fieschersattels ankamen, merkten wir dass es angesichts der enormen Neuschneemenge nicht möglich war dort aufzusteigen, weist er doch eine Hangneigung von fast 40° auf. Also entschlossen wir uns von Süden auf das Hintere Fiescherhorn zu gelangen. Dort war ein Felssporn zu erkennen und über diesen wollten wir die Überschreitung zum Fieschersattel schaffen.

Die Spurarbeit war anstrengend, da wir bis zum Knie im Schnee versanken, trotzdem versuchten wir noch den Grat zu klettern, doch bald merkten wir, dass die Überschreitung bei diesen Bedingungen aussichtslos war. Also drehten wir um, seilten uns über einen Felsgrat ab und wollten zurück zur Aufstiegsspur.Plötzlich löste sich unter uns ein mächtiges Schneebrett, welches uns einmal mehr vor Augen führte, wie vorsichtig man auch im Frühjahr unterwegs sein musste und wie wichtig es ist, alle Vorsichtsmaßnahmen gerade beim Skibergsteigen zu beachten. Für diesen Tag hatten wir genug und wir fuhren über die weiten Hänge zurück zum Konkordiaplatz.

Da wir es am Vortag leider nicht schafften zur Finsteraarhornhütte zu gelangen, übernachteten wir wieder in der Konkordiahütte. Das geplante Finsteraarhorn mussten wir leider streichen, doch angesichts der Bedingungen, wäre es auch nicht möglich gewesen. Also entschieden wir uns für das Große Wannenhorn. Ein klassisches, sehr lohnendes Skitourenziel über weite aber nicht steile Hänge. Schon frühzeitig brachen wir auf und stiegen zur Grünhornlücke auf. Von dort fuhren wir über den Fieschergletscher 400 Meter ab und stiegen dann zum großen Wannenhorn auf. Als wir den Grat erreichten blies ein derart starker Wind, dass wir fast keine Luft mehr bekamen.

Kurz unterhalb des Gipfels mussten wir aufgeben, obwohl wir uns wirklich anstrengten, allerdings hatten wir bei derart starkem Wind keine Chance den Gipfel zu erreichen. Wir mussten aufpassen, dass und der Wind nicht vom Grat wehte. Die Abfahrt war zwar nicht vom Feinsten, aber trotzdem beeindruckend und der erneute Aufstieg mit unseren schweren Rucksäcken zur Grünhornlücke mühsam. Müde, aber zufrieden mit dem heutigen Tag erreichten wir unsere gewohnte Konkordiahütte. Da wir nun schon zum dritten Mal in dieser Hütte übernachteten, behandelte uns der sympathische Hüttenwirt sehr zuvorkommend. Für Samstag war die Jungfrau geplant, doch auch dies schien uns nicht mehr möglich, also überquerten wir den großen Aletschfirn zur Hollandiahütte und fassten für den heutigen Tag die Äbeni Fluh ins Auge.

Nachdem wir den beeindruckenden Gletscher überquert hatten wehte schon wieder ein furchtbar starker Wind, der uns den Entschluss leicht machte über die Lötschenlücke ins Tal nach Blatten zu fahren. Dies war eine wunderschöne Abfahrt über 2000 Meter direkt zur Busstation in Blatten. Vom Lötschental fuhren wir mit dem Bus und Zug über Interlaken zurück nach Grindelwald. Tief beeindruckt über das perfekte Funktionieren der öffentlichen Verkehrsmittel erreichten wir am Nachmittag unseren Ausgangspunkt. Endlich konnten wir die Eigernordwand sehen, welche tief verschneit war. Trotz der widrigen Verhältnisse, die wir während dieser Woche antrafen, waren wir doch zutiefst beeindruckt über diese wunderschöne Gegend, welche wir noch lange in Erinnerung behalten werden.

Toni Obojes

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