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Skihochtourenwoche 2013: Monte Rosa

Skihochtourenwoche 2013: Monte Rosa
 
 
Vom 09. - 14. April 2013 fand die Skihochtourenwoche des Projektes ALPINIST2010-2013 statt. Das gemeinsam geplante Ziel der Woche war
das Monte Rosa Gebiet.

Regen, Schnee und Nebel - so begann die diesjährige Skihochtourenwoche für uns sechs jungen Apinisten aus Südtirol. Geplant war heuer die Durchquerung des Monte Rosa Gebietes mit Skiern, vom Breithorn über den Castor, Pollux, Lyskamm und Signalkuppe bis zur Monte Rosa Hütte, von wo aus zum Abschluss noch die Dufourspitze bestiegen werden sollte.

Nachdem wir alle schon voller Spannung einige Tage vor Beginn der Tour das Wetter verfolgt hatten, war uns bald klar, dass unser Projekt aufgrund schlechter Wetterbedingungen nur schwer umsetzbar sein würde. Nach kurzem Überlegen und unter Berücksichtigung der meteorologischen Gegebenheiten fuhren wir schließlich am ersten Tag nach Aosta in das Valsvarenche bis zum letzten Ort im Tal, nach Pont. Dort angekommen entschlossen wir, trotz heftiger Schneefälle und Nebel eine kurze Skitour zu unternehmen, um uns nach der acht-stündigen Autofahrt die Füße zu vertreten. Wir gingen im flotten Tempo bis zum sehr abgelegenen Talende, wo wir nach 800 Höhenmetern umdrehten, um bei der Abfahrt nicht nur den Nebel, sondern auch die Dunkelheit als Feind zu haben. Nach einer herrlichen Abfahrt im feinsten Pulverschnee quartierten wir uns am frühen Abend im Hotel Gran Paradiso ein. Wie es der Zufall wollte, gab es dort Forst Bier und wir mussten natürlich umgehend testen, ob es wohl gleich gut wie bei uns zu Hause schmeckt.
Weil dem so war, planten wir den darauffolgenden Tagesverlauf in Begleitung von ein paar wohl verdienten Bierchen. Es schien, als ob wir für den zweiten Tag ein Schönwetterfenster hätten, welches wir unbedingt nutzen wollten, um die erste ordentliche Tour in Angriff zu nehmen. Somit einigten wir uns einstimmig dafür, den Gran Paradiso an einem einzigen Tag zu besteigen.

Am nächsten Morgen ging es dann bei klarstem Himmel auch schon um 5 Uhr, ausgerüstet mit Stirnlampen, los Richtung Rifugio Vittorio Emanuelle. Von dort aus war bereits zu erkennen, dass es mit Sicherheit kein angenehmer Anstieg werden würde. Riesige Windfahnen über dem gesamten Bergrücken signalisierten uns, dass wir bis zum Gipfel einen eisig kalten und unbarmherzigen Begleiter haben werden. Unsere Vermutungen bestätigten sich: Der Wind fegte bei ca. -20°C ununterbrochen durch unsere Beine hinweg und machte den Aufstieg zu einem einzigen Kampf. Ständig mussten wir die Finger und das Gesicht aufwärmen, um uns vor Erfrierungen zu schützen. Auf 3.800 Metern montierten wir die Steigeisen, um eine 100 Meter lange Blankeis-Passage zu überwinden, gefolgt von 200 weiteren Metern mit Skiern zum Skidepot. Von dort aus ging es über leicht felsiges Gelände Richtung Gipfel. Die letzten Meter zur Gipfel-Madonna erklommen wir über eine Variante von der Ostseite, welche Michl solide im Vorstieg bei eisigen Temperaturen meisterte. Um 11 Uhr standen wir schlussendlich nach 2.150 zurückgelegten Höhenmetern am Gipfel des Gran Paradiso (4.061 m). Es wurde uns ein atemberaubender Ausblick vom Übergang der Po-Ebene in die Alpen geboten. Das Gipfelglück hielt jedoch nicht lange an. Nach einem gemeinsamen Gruppenfoto seilten wir uns aufgrund des starken Windes schnell wieder ab und schnallten unsere Skier an. Die ersten 1000 Höhenmeter fuhren wir rasch ab, um uns in windgeschützten Bereichen aufzuwärmen. Von dort weg hatten wir herrlichste unbefahrene Pulverhänge für uns alleine und konnten somit die restliche Abfahrt in vollen Zügen genießen. Auch die zweite Nacht verbrachten wir im Hotel Gran Paradiso, von wo aus wir am nächsten Morgen bei sehr schlechtem Wetter nach Gressoney fuhren, um auf die Gnifetti Hütte aufzusteigen.

Da wir an diesem Tag nur 400 Höhenmeter zurückzulegen hatten, nützten die Bergführer die Zeit, uns ein wenig fortzubilden. Toni Obojes gab uns Tipps für das Führen von Touren in vergletschertem Gelände und Matthias Hofer brachte uns sehr ausführlich das Verwenden von GPS-Geräten in Kombination mit Landkarten bei. So konnten vom restlichen Tourenverlauf die GPS-Punkte von der Karte abgelesen und ein Track erstellt werden, um bei dem schlecht vorhergesagtem Wetter eine Orientierungshilfe zu haben. Doch Petrus meinte es gut mit uns, zumindest teilweise. Bereits am frühen Morgen zeigte sich die Sonne bei blauem Himmel und wir konnten voller Motivation den vierten Tag unserer Tour starten.

Das erste Tagesziel war das Balmenhorn auf 4.167 Metern. Von dort aus peilten wir als zweites Tagesziel, die Signalkuppe an. Ab dem Grenzsattel wurden wir jedoch wiederum von starken Windböen begleitet und teils machte sich die Höhe in unseren Köpfen bemerkbar. Nichtsdestotrotz erreichten wir gemeinsam die Signalkuppe, wo wir im Winterraum der höchstgelegenen Hütte der Alpen, der Capanna Margherita, auf 4.554 Metern Schutz vor dem stürmischen Wind fanden. Nach einer kurzen Pause machten wir uns auf den Weg zur Monte Rosa Hütte. Als wir den Schutzraum der Capanna Margherita verließen, trauten wir unseren Augen nicht: Einem slowenischen Skitourengeher hing tatsächlich ein 3 cm langer Eiszapfen von der Nasenspitze herunter. Wir schmunzelten nur ohne zu ahnen, dass uns am nächsten Tag dasselbe wiederfahren würde. Nun stand uns aber die Abfahrt zur Monte Rosa Hütte über den Grenzgletscher bevor. Der Gletscher war heuer noch unbefahren und der Wirt der Gnifetti Hütte wies uns bereits darauf hin, dass er nicht im besten Zustand zur Befahrung sei. Also machten wir uns mit großen Abständen voneinander auf den Weg. Die Devise lautete sanfte, aber schnelle Schwünge, dann würden die Gletscherspalten kein Problem sein. Begleitet von einem mulmigen Gefühl und leichter Nervosität fuhren wir den immer zerklüfteter werdenden Gletscher ab. Natürlich wäre Anseilen auch eine Möglichkeit gewesen, aber wir bewerteten trotz Gletscherspalten das Skifahren in einer Vierer-Seilschaft gefährlicher als eine Soloabfahrt. Überglücklich und erleichtert erreichten wir nach einer 30 Meter Abseilstelle sicher die neue Monte Rosa Hütte.
Wir waren schon alle sehr gespannt darauf, da diese moderne Schutzhütte für viel Aufmerksamkeit in den letzten Jahren gesorgt hatte. Uns jedenfalls gefiel die Architektur sowohl von außen als auch von innen. Auch unser Acht-Mann-Zimmer war gemütlich und freundlich eingerichtet. Dem Zimmer wurde durch unsere Kleidung, welche bereits vier Tage im Einsatz war, noch eine persönliche Note verliehen ;-)

Am Morgen des fünften Tages war es dann so weit: Wir starteten bereits sehr früh in Richtung des zweit-höchsten Berges der Alpen und höchsten Berges der Schweiz, der Dufourspitze (4.634 m). Aufgrund der guten Akklimatisation der gesamten Gruppe kamen wir rasch voran und erreichten als erste den Sattel auf 4.359 Meter, wo wir unser Skidepot einrichteten. Keine Wolke war am Himmel zu sehen, doch bereits am Einstieg in den steilen Eisgrat an der Südostflanke kehrte unser alter Begleiter zurück, der Wind. Es herrschten Temperaturen von unter -20°C und wir mussten uns im Eis sichern, wodurch unsere Körper bei der extrem hohen Windgeschwindigkeit sehr schnell abkühlten. Nach der zweiten Seillänge sahen wir erste Erfrierungserscheinungen in unseren Gesichtern, unter anderem einen am Vortag noch belächelten Eiszapfen von der Nase abhängen. Auch die Finger und Zehen waren immer weniger zu spüren, weshalb wir uns entschlossen umzudrehen. Enttäuscht, aber doch wissend, dass wir das einzig Richtige taten, seilten wir uns zum Skidepot ab.
Nun erwartete uns eine 2.800 Höhenmeter und über 20 Kilometer lange Abfahrt nach Zermatt. Es war einfach unglaublich! Zunächst ging es zurück zur Monte Rosa Hütte und von dort über den Zwillingsgletscher nach Zermatt. Die Abfahrt verlief meist durch ein Rinnensystem, welches sich aufgrund der Gletscherspalten und Moränen gebildet hatte. Wir juchzten ununterbrochen bis nach Zermatt. Diese Abfahrt war einzigartig und unvergesslich. Dort angekommen, gönnten wir uns zunächst ein kühles Bierchen, bevor wir nach Herbriggen weiter fuhren, wo wir die letzte Nacht verbrachten.

Am sechsten und letzten Tag stand uns eine herrliche Genussskitour bei traumhaftem Wetter bevor. Zunächst ging es zurück nach Zermatt und von dort mit der Bahn aufs kleine Matterhorn. Mit einem atemberaubenden Panorama im Nacken bestiegen wir das 4.164 Meter hohe Breithorn. Am Gipfel war es absolut windstill, weshalb wir nach sechs Tagen das erste Mal einen Gipfel so richtig genießen konnten. Gut gelaunt fuhren wir schlussendlich 2.200 Höhenmeter hinab nach Breuil-Cervinia, wo bereits ein Taxi auf uns wartete, um uns zurück zu unserem Bus nach Gressoney zu bringen.
Rückblickend sind wir uns einig, dass wir sechs sehr anstrengende und vor allem kalte, aber auch lustige und lehrreiche Tage bei der Skihochtourenwoche erleben durften. Es wurde uns genau das geboten, was wir uns erhofften. Deshalb möchten wir uns beim AVS für die Ermöglichung dieser Tour bedanken. Gleich großer Dank gilt unseren Bergführern Toni und Matthias, welche uns mit ihrer Erfahrung ständig zur Seite standen und einen unersetzlichen Beitrag zu unseren Witzestunden lieferten.

Simon Leimgruber


  Mit Unterstützung von:
 

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