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Unterwegs mit den „jungen Alpinisten“ in der Dauphinè – Frankreich

Unterwegs mit den „jungen Alpinisten“ in der Dauphinè – Frankreich
 
 
Unterwegs mit den „jungen Alpinisten“ in der Dauphinè – Frankreich
 
 
Ein Bericht von Toni Obojes

Beim Vortreffen in der Bibliothek des Alpenvereinssitzes brauchte Renato nicht viele Karten herauszuziehen.

Der einhellige Grundtenor hieß: die Dauphinè mit ihren steilen und ausgesetzten Anstiegen und rassigen Abfahrten. Es gibt wohl kaum ein anderes Gebiet in den Alpen, welches den Skibergsteiger derart herausfordert, wie das Gebiet um die Barre d' Ecrins. Sechs junge Alpinisten und eine Alpinistin aus dem Sarntal im Alter zwischen 18 und 25 Jahren stellten sich dieser Herausforderung und planten selbständig den Routenverlauf. Renato und ich waren als Bergführer mit von der Partie.

Am Dienstag den 06. April ging es dann los von Bozen über Turin hinein in das Val di Susa, weiter nach Cesana und über den Col de Montgenevrè nach Briancon. Dort kam noch Konrad zu uns, welcher in Montpellier studiert und direkt von dort zu uns stieß. Von Briancon geht es dann über den von der Tour de France so bekannten Col du Lauteret bis nach La Grave, dem wohl bekanntesten Freeride Zentrum in Europa. Dort machten wir Halt, chekten den Lawinenlagebericht und Wetterbericht, erkundeten uns über die Verhältnisse bei den einheimischen Guides und tätigten noch die letzten Vorbereitungen. Das Wetter war vorerst gut, aber es gab reichlich Neuschnee und somit mussten wir auch etwas Vorsicht walten lassen.

Unser erstes Etappenziel für diesen Tag war das Refuge de l'Alpe de Villar d' Arène. 400 Höhenmeter galt es zu bewältigen, aber erst jetzt merkten wir wie schwer unsere Rucksäcke tatsächlich waren. In den Westalpen braucht es neben der üblichen Skitourenausrüstung noch Seil, Klettergurt, Steigeisen, Pickel und noch andere Utensilien, welche man bei hiesigen Tagestouren meist zu Hause lassen kann. Wir richteten es uns in der spartanisch eingerichteten Hütte etwas ein, schließlich planten wir drei Nächte dort zu bleiben. Am nächsten Morgen stand die La Grande Ruine mit ihren 3768 m auf dem Programm. Nach dem Frühstück um 5 Uhr brachen wir im Schein unserer Stirnlampen auf und nach einer kurzen Abfahrt im Dunklen galt es einen unendlich langen und flachen Talboden zu durchschreiten. Schon beim Start fing es an zu schneien, doch unser erstes Ziel die Refuge Adele Blanchard wollten wir auf alle Fälle erreichen. Zu unserem Glück gab es auch eine Spur welche uns den Aufstieg in der Dunkelheit etwas erleichterte. Schließlich fing es an stärker zu schneien und zu stürmen. Wir erreichten am frühen Vormittag die Hütte, wo wir etwas tranken. Zwei Franzosen kamen von einem Versuch den Gipfel zu erreichen gerade zurück und meinten, dass es schlicht und einfach zu gefählich wäre weiter aufzusteigen. Die steilen Gipfelhänge waren voll mit Triebschnee und einfach zu riskant. Für uns war die Entscheidung unausweichlich den Aufstieg abzubrechen und zurück zum Ausgangspunkt zu fahren. Dafür übten wir am Nachmittag in Hütten nähe die Spaltenbergung.

Der Wetterbericht versprach uns auch für den nächsten Tag nichts Gutes, also planten wir den Pointe de Chamois anstelle des Montagne des Agneux. Wieder starteten wir bei Dunkelheit und wieder mussten wir nach 3 stündigen Aufstieg wegen der hohen Lawinengefahr abrechen. Dafür gruben wir ein Schneeprofil und stellten fest, dass es die letzten Tage sehr viel Neuschnee gab. Jedenfalls gruben wir mehr als 5 Meter in die Tiefe und testeten auch die Festigkeit der obersten Schicht. Diesmal erwischten wir aber bei der Abfahrt einen recht schönen Pulverschnee. Langsam wurde uns klar, dass wir unser geplantes Programm in dieser Form nicht mehr durchführen konnten und wir entschlossenen uns ins Tal nach La Grave abzufahren. Die erhebliche Lawinengefahr vor allem oberhalb von 3.000 m ließ eine Überschreitung über die Cordier Neige zur Refuge Blance nicht zu.

In La Grave angekommen nächtigten wir in einer recht gemütlichen „Gite d’ Etape“. Endlich war gutes Wetter angesagt. Das Ziel für den heutigen Tag war die Les Jumelles Sud von Les Boussardes aus. Gegen 5 Uhr morgens überquerten wir den Col du Lauteret und fuhren noch einige Kilometer den Pass hinunter. Im Schein der Stirnlampen starteten wir unsere geplante Skitour. Diesmal ging es recht zügig zur Sache und wir gewannen schnell an Höhe. Schon bald merkten wir, dass wir heute beste Firnverhältnisse haben werden. Die 1.400 Hm bis zum Gipfel brachten wir recht schnell hinter uns. Wir konnten bei herrlichem Wetter die Aussicht genießen und der Blick vom Gipfel fiel immer wieder zu unseren ursprünglich geplanten Zielen mit dem Dome du Neige als Höhepunkt. Die heutige Abfahrt war ein Traum, oben Pulver und weiter unten Firn vom Feinsten. Schon gegen halb 11 waren wir wieder im Tal. Gemeinsam beschlossen wir die Altstadt von Briancon etwas näher unter die Lupe zu nehmen, schließlich zählt sie zum Weltkulturerbe.

Für den nächsten Tag planten wir dann unser Highlight der Woche und zwar das Refuge de l' Aigle auf 3.450 m direkt von La Grave aus. Das Wetter war gut und so konnten direkt von unserer Unterkunft in aller Früh zu Fuß aus starten. Es standen uns gute 2.000 Hm bevor und die galt es gut einzuteilen. Diese Skitour ist in seiner durchschnittlichen Steilheit wohl kaum mehr zu überbieten. Für uns alle galt es äußerst konzentriert über die steilen und eisigen Hänge an Höhe zu gewinnen. Stolpern wollte und durfte niemand von uns, weil es eigentlich keine flacheren Passagen in der gesamten Aufstiegsroute gab. Anfangs tappten wir wieder im Dunkeln und es war gar nicht so leicht die richtige Route einzufädeln. Doch als es hell wurde, hatten wir eine unbeschreiblich schöne Aussicht zum Montblanc Massiv. Die kleine Hütte war tatsächlich bewirtschaftet und da das Wetter so gut war und wir auch gut in der Zeit waren, entschlossen wir uns noch etwas höher zum Pic Meije Oriental zu steigen. Damit bewältigten wir über 2.200 Hm an diesem Tag. Die Abfahrt war steil, anfangs zwar etwas harschig, und weiter unten wieder firnig, aber in erster Linie war sie beeindruckend steil und lang. Die Nacht wollten wir diesmal im Zelt verbringen, da unsere Unterkunft schon ausgebucht war. Mehr oder weniger angenehm haben sie alle hinter sich gebracht, denn schon um 4 Uhr früh hieß es wieder aufstehen, frühstücken und dann zu unserer letzten Skitour aufzubrechen, welche wir vom Col du Lauteret in Angriff nahmen. Mehr als 1.000 Hm wollten wir uns nicht mehr geben, da noch die lange Heimreise vor uns stand und am späten Nachmittag waren wir alle wieder müde und glücklich zu Hause.

Unterwegs mit den „jungen Alpinisten“ in der Dauphinè – Frankreich
 
 
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Ich bin jetzt seit über zehn Jahren Mitglied beim AVS und hatte in dieser Zeit viele schöne Erlebnisse. Ich unternehme sehr gerne Bergtouren, und durch den AVS habe ich sehr viele Menschen kennengelernt und kam in Gegenden hin, die ich vorher noch nicht kannte. Ich glaube, der AVS ist ein sehr wichtiger Verein, er fördert das Gemeinschaftsgefühl, bietet alten und jungen Leuten eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung und trägt dazu bei, dass wir Südtiroler unsere herrliche Bergwelt besser kennenlernen. ...
 


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