"Freiheit mit Rücksicht" - praktische Umsetzung in der Pilotregion Matsch und Schlinig
Die Natursportarten Skitourengehen und Schneeschuhwandern erfreuen sich in Südtirol großer Beliebtheit: auch im Vinschgau. Auf Initiative von Klaus Bliem, Mitarbeiter der Dienststelle des Amts für Jagd und Fischerei und Mitglied des AVS-Referatsausschusses für Natur und Umwelt, wurde vor 2 Jahren ein Pilotprojekt zur Sensibilisierung und Lenkung der Wintersportler im alpinen Gelände gestartet. Skitourengeher profitieren von verbesserten Aufstiegs- und Abfahrtsrouten, das Wild bleibt weitgehend von Störungen verschont.
Erstmals wurden in diesem Winter in Matsch und Schlinig Informationstafeln aufgestellt, welche empfohlene Skitouren- und Schneeschuhrouten sowie Gebiete aufzeigen, welche als Wildruhezonen freiwillig nicht befahren oder begangen werden sollten. Die wichtigsten Verhaltensempfehlungen sind aufgelistet und eine bebilderte Kurzbeschreibung informiert über die Bedürfnisse der Wildtiere. Die wichtigste Botschaft an die Wintersportler lautet: Entlang der empfohlenen Routen gönnst du den Tieren die überlebenswichtige Ruhe im Winter. Zusätzlich wurden – wo notwendig – grüne Lenkungstafeln angebracht, welche in sensiblen Bereichen den naturverträglichsten Weg weisen.
Die neuen Informationstafeln werden jeweils zu Beginn der Skitourensaison auf- und am Saisonsende wieder abgebaut. Sie befinden sich in Schlinig im Bereich des Aufstiegs zur beliebten Skitouren- und Schneeschuhroute auf den Kälberberg, in Matsch in der Matscher Alm, beim Thaneihof (Aufstieg Portlesspitze), beim Valfurhof (Aufstieg Hochjoch) und bei den Runhöfen.
Vom Projekt sollen nicht nur die Wildtiere profitieren, sondern auch die Wintersportler. Durch gezieltes Freischneiden von Schneisen wurden wo möglich auch verbesserte Abfahrts- und Aufstiegsmöglichkeiten geschaffen. Damit wird eine Kanalisierung erzielt, das Befahren von Flächen mit Jungwuchs vermieden und das Wild weniger gestört. Es gewöhnt sich nämlich an bekannte Routen und zieht sich aus diesen Bereichen zurück.
Die Auflichtungsarbeiten in Matsch (in der Matscher Alm für den Aufstieg zur Pleresspitze, bei den Eisawiesen für den Aufstieg zur Portlesspitze und im Gondaberg für die Abfahrt vom Hochjoch) wurden vom Jagdrevier Matsch unter der Leitung von Josef Seidl in Absprache mit der Forstbehörde durchgeführt. Wie Beobachtungen zeigen, wird dieses Angebot bereits sehr gut angenommen. Die Waldbesitzer der Eigenverwaltungen Matsch und Schlinig waren von Anfang an in die Projektierung einbezogen. Das Anbringen der Beschilderung wurde von den Förstern der Forststation Mals übernommen. Am Kälberberg in Schlinig sollen bis zur nächsten Skitourensaison 2012-13 ebenfalls Auflichtungsarbeiten durchgeführt werden.
Weitere Informationen zum Projekt hier.
Fotos: Klaus Bliem













