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Alpiner Förderpreis 2018: Seilschaft Martin Dejori und Titus Prinoth

Alpiner Förderpreis 2018: Seilschaft Martin Dejori und Titus Prinoth
 
 
06.05.2018 -
Seilschaft als Quelle von Motivation, Ideen und Freundschaft:
Im Zuge der Hauptversammlung des AVS wurde am Samstag, 05.05.2018 in Lana der alpine Förderpreis 2018 an die junge Grödner Seilschaft Titus Prinoth und Martin Dejori verliehen.


Der Alpenverein spricht mit dem alpinen Förderpreis dieser Seilschaft seine Anerkennung aus und möchte ihnen zugleich einen Ansporn für die Zukunft geben.
Titus, 20 Jahre und Martin, 24 Jahre, sind zwei der jungen wilden Grödner, die gemeinsam als Seilschaft und Freunde das ganze Jahr motiviert am Berg unterwegs sind und denen immer wieder lobenswerte, alpine Leistungen gelingen. Eine besondere Ehre war es für ihren Freund und Seilpartner Alex Walpoth, ihnen die Nachricht für die Verleihung überbringen zu dürfen. Alex hat selbst 2015 diese Auszeichnung erhalten und mit Freude auch die Aufgabe übernommen, die Laudatio für seine Bergfreunde vorzutragen:




Martin und Titus sind für mich Kletter- und Seilpartner, und am wichtigsten: außerordentlich gute Freunde. Ich freue mich sehr für sie und bin stolz auf sie, dass sie den diesjährigen alpinen Förderpreis des AVS verliehen bekommen.



Als das Referat Bergsport & HG mir den Vorschlag machte, eine Laudatio für sie zu halten, war ich am Anfang wenig überzeugt. Normalerweise machen das doch ältere, erfahrenere Kollegen oder Mentoren. Andererseits, wer kennt sie besser als ich, der ich das Glück habe, unzählige Touren mit ihnen geklettert zu sein.
Titus und Martins Tourenbücher enthalten viele gemeinsam gekletterte Routen, erzähle viele miteinander geteilte Abenteuer.
Oft konnte ich auch mit dabei sein. Schließlich teilen wir auch eine große Leidenschaft, die das Leben eines Menschen auszufüllen vermag; die des Alpinismus in allen seinen Spielformen. Martin und Titus sind beide hervorragende Alpinisten, doch die großen Touren haben wir nur durch die Seilschaft, die wir bilden, geschafft: Die Seilschaft ist mehr als die Summe der Einzelkompetenzen, sie ist Quelle von Motivation, Ideen und Freundschaft.



Martin Dejori
Martin begann sehr früh mit dem Sportklettern, bevor ihn eine jugendliche Neugierde und Abenteuerlust mit 14 Jahren dazu bewegten, höhere Felswände zu erklettern. Die Faszination dafür bekam er von seinem Vater Ewald mit, einem aktiven Bergretter; auf der anderen Seite flößten ihm die Erzählungen des Vaters über gefährliche Einsätze auch viel Respekt ein. Deshalb kletterte er zunächst viele leichte und kurze Routen an den Sellatürmen und an der Ciavazes-Südwand, wo er viel Erfahrung sammelte.



Titus Prinoth
Titus hingegen, um 4 Jahre jünger, fing sofort mit schweren alpinen Routen an. Martin und ich waren nämlich seine ersten Kletterpartner und wir waren schon mutiger geworden und suchten größere Herausforderungen. Titus Klettertalent und Gespür für den Felsen zeigten sich rasch, sodass er von Anfang an im Vorstieg kletterte, langsam und immer sehr auf Sicherheit bedacht. Diesen Stil hat Titus bei den Erstbegehungen bis heute beibehalten: Mit einem selbst gebauten Stand gibt er sich erst zufrieden, wenn er mindestens drei gute Haken geschlagen hat. Dabei schlägt er Haken mit einer großen Kraft, die man seinem schmächtigen Körper nicht zutrauen würde. Mit 14 Jahren durchstieg er bereits die Soldà-Route am Langkofel, über 1000 Meter lang mit mehreren Seillängen im 6. Schwierigkeitsgrad. Ein Jahr später tobte er sich an der Villnösser Rotwand aus, einer überhängenden Wand in der Geisler-Gruppe. An dieser beeindruckenden aber relativ unbekannten Wand konnte Titus zwei Routen des Vorbildes Adam Holzknecht klettern: „Franz Runggaldier“ und „L cator“, im achten Grad oder sogar noch drüber.



Während Titus noch die Dolomiten entdeckte, zog es Martin bereits in die Westalpen, zu den höheren Bergen. Chamonix hat es ihm sehr angetan, nicht nur die umgebenden Gipfel, sondern auch das besondere Flair dieses Ortes, wo es nur Alpinisten zu geben scheint. Am Mont Blanc, Aiguille Verte und Grand Jorasses kletterte er schwierige Routen und erlebte wunderschöne Sonnenaufgänge, die seine Faszination für die Fotografie entfachten. Auch in den Bergen, in schwierigen Routen fotografiert Martin sehr bewusst. Er sucht einzigartige Motive, auch wenn dies mit zusätzlicher Anstrengung verbunden ist. Wir freuen sich über die schönen Fotos, die wir von ihm bekommen; dass er selber fast nie auf den Bildern ist, stört ihn nicht.



Erstbegehungen
Das Wiederholen von Routen bereitet Titus und Martin zwar nach wie vor Spaß, aber irgendwann wollten sie auch eine eigene Linie klettern, sich ins Unbekannte vorwagen. Martin schuf 2012 „Africa“ am Östlichen Mëisulesturm, die mittlerweile oft wiederholt wird. Titus gab ein beeindruckendes Debüt im Erstbegehen an der vielleicht berühmtesten Dolomitenwand, der Nordwestwand des Monte Civetta: In der neuen „Via degli Studenti“ eröffnete er die abweisendste Seillänge: Eine nasse, überhängende, brüchige Verschneidung; schwierig und unschön zu klettern. Doch Titus arbeitete sich mit Bedacht und Beharrlichkeit hoch und zu unserer Überraschung fand er sogar viel Spaß daran. Für Titus bedeutet brüchig nun mal spannend, interessant. In der Civetta-Wand war auch Martin dabei, außerdem noch unser gemeinsamer Freund aus Genua Giorgio und ich.



Ein Jahr später eröffneten wieder wir vier „Ricordi nebbiosi“ an der Cima della Busazza, eine weitere 1000 Meter Wand mit einer spektakulären Dächerzone kurz unterhalb des Gipfels. Auch diese Route schafften wir nur dank unserer eingespielten Seilschaft: An der schwierigsten Seillänge mühten Martin, Giorgio und ich uns acht Stunden lang ab. Anschließend war Titus dann der einzige, der für die darauffolgende schwierige Seillänge noch genug Kräfte übrig hatte.



Eine außergewöhnliche Leistung gelang Martin und Titus am Monte Agner in den Pale di San Lucano. Als erste überhaupt wiederholten sie die Route „Storia infinita“ von den legendären Gebrüdern Coubal. Titus und Martin kletterten die Route sogar im Winter, weil die schwierigen Seillängen nach einem niederschlagsarmen Herbst zum ersten Mal trocken schienen. Von der Route war nur allzu wenig bekannt, im Bericht der Erstbegeher las man ein schauriges, fünf Tage dauerndes Abenteuer heraus. Doch die junge Grödner Seilschaft kam dank ihres Kletterkönnens erstaunlich gut voran, sodass sie bereits nach eineinhalb Tagen aus der Wand ausstieg und rechtzeitig zur Silvesterfeier zurück nach Hause kehrte. Im Winter drauf kletterten Martin und Titus an der gegenüberliegenden Talseite die „Via della Collaborazione“ auf den Spiz de Lagunaz. Dabei verbrachte Titus die Nacht auf einer Latschenkiefer mitten in der Wand, was ihm jedoch dank seines Humors keine Probleme bereitete.



Von Titus könnte man nun noch seine Winterbegehungen und Erstbegehungen an der Villnösser Rotwand erzählen, von Martin seine Begeisterung für Skitouren und Hochtouren. Doch beide haben auch noch andere Beschäftigungen. Titus ist gerade aus Schweden zurückgekehrt, wo er den größten Teil der Ausbildung zum Hubschrauber-Piloten absolviert hat. Martin studiert Umweltingenieurwesen und ist seit kurzem auch als Bergführer in seinen geliebten Bergen unterwegs. Beide sind in der Grödner Bergrettung aktiv und immer bereit und motiviert, wenn es darum geht, anderen zu helfen. Beide sind sehr gesellig und langen Abenden mit Freunden und Feiern jeder Art alles andere als abgeneigt.
Ich schätze mich sehr glücklich, sie zu meinen besten Freunden zählen zu dürfen. Ich wünsche euch, Martin und Titus, noch viele schöne Abenteuer und behaltet die Vorsicht bei, mit der ihr unterwegs seid, dann könnt ihr noch alle Berge dieser Welt entdecken.
Alex Walpoth

Eine Auswahl an Touren der jungen Grödner:

Martin und Titus gemeinsam, in Seilschaft (unter anderem auch mit Giorgio und mir):
Titus:
  • Erstbegehungen “Via tl Vënt” Villnösser Rotwand VIII+ 200 m
  • Erstbegehung “Ruhe, wo immer du bist”, Villnösser Rotwand VIII+ A1 200 m
  • Wintertrilogie an der Vilnösser Rotwand:
  • „Rudi Runggaldier“ VI A3 200 m
  • „Franz Runggaldier“ VIII 200 m
  • „L cator“ VIII+ A1 180 m
  • 1. Rotpunktbegehung „L nes“, Langkofel Nordwand IX 1000 m
  • Die klassische „Heckmair“ an der Eiger Nordwand mit Janluca Kostner, beide 18 Jahre
Martin:
  • Erstbegehung „Africa“, Östlicher Mëisulesturm VIII- 200 m
  • Klassische „Schmidt“-Route an der Nordwand des Matterhorns
  • „Colton-McIntyre“, Nordwand des Grand Jorasses ED1 VI 6 1200 m
  • 1. Wiederholung „Colonne d’Ercole“, Civetta Nordwestwand IX 1200 m
  • “Nuvole Barocche, Civetta Nordwestwand IX+ A2 1240 m





Alpiner Förderpreis 2018: Seilschaft Martin Dejori und Titus Prinoth
 
 
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Die Liebe zu den Bergen, zur Natur, zu unserem Brauchtum und ganz besonders die Liebe zu unserer Heimat haben mich mit 20 Jahren bewogen, beim AVS Mitglied zu werden....
 


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