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Bergfilmabend: Berge in Flammen

Bergfilmabend: Berge in Flammen
 
 
17.02.2015 -
Der Bergfilmabend am 25. Februar um 20 Uhr im Filmclub Bozen widmet sich dem Thema "Mythos Gebirgskrieg". Gezeigt wird der Luis-Trenker-Film "Berge in Flammen", in dem der Grödner Filmemacher den Gebirgskrieg als ehrenhaften Kampf stilisiert. Im Anschluss an den Film diskutieren Historiker über die Mythisierung des Gebirgskrieges als Heldengeschichte.

Millionen Gefallene und zerstörte Heimaten: Das war das Resultat der Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts. Trotzdem gilt der Erste Weltkrieg und vor allem der Gebirgskrieg vielfach noch bis heute als letzter heldenhafter Kampf Mann gegen Mann. Mit seinem Regiedebüt "Berge in Flammen" feilte Trenker am Image des ehrenhaften Kampfes in den Bergen: Der Österreicher Florian Dimai und der Italiener Graf Arthur Franchini, beide Bergführer, sind seit Jahren gut befreundet. Als Italien 1915 in den Ersten Weltkrieg eintritt, stehen sich die beiden als Feinde gegenüber. Als der Krieg zu Ende ist, treffen sich Dimai und Franchini wieder. Ihre Freundschaft hat den Krieg überlebt.

Doch wie glaubwürdig ist Trenkers Erzählung, wie „heldenhaft“ war der Gebirgskrieg? Im Anschluss an den Film diskutieren die beiden Experten zum Ersten Weltkrieg Oswald Überegger (Bozen) und Marco Mondini (Trient/Padua) mit Moderator Andrea Bonoldi (Bozen) über den Mythos Gebirgskrieg. Der Erste Weltkrieg ist der erste Krieg der Geschichte, in dem gewaltige Materialschlachten und eine industrialisierte Kriegsführung das Kriegsgeschehen prägten. Dennoch hält sich bis heute das Bild des Krieges als Heldengeschichte, als gloriose, wenn auch leidvolle Durchhaltegeschichte. Die Wurzeln für diese Idealisierung finden sich in der Propagandamaschinerie des Ersten Weltkrieges: die Gebirgskrieger wurden zu beispiellosen Helden stilisiert, der Gebirgskrieg zu einem Krieg der Bergführer, zum sportlichen Duell zwischen Individuen umgedeutet.

Wann: Mittwoch, 25. Februar um 20:00 Uhr
Wo: Filmclub Bozen


„Berge in Flammen“, 1931
Berge in Flammen ist ein deutscher Film von Karl Hartl und Luis Trenker aus dem Jahre 1931, beruhend auf dem gleichnamigen Roman Trenkers aus demselben Jahr.
Handlung: Graf Arthur Franchini aus einem alten römischen Adelsgeschlecht und der Bergführer Florian Dimai aus dem damals zur Donaumonarchie gehörenden Dolomitenort Cortina d’Ampezzo sind seit Jahren befreundet. Am 1. August 1914 besteigen sie gemeinsam den Col Alto (Großer Lagazuoi) und werden von der allgemeinen Mobilmachung zu Beginn des Ersten Weltkriegs überrascht. Dimai kommt zunächst nach Galizien, wird nach dem Kriegseintritt Italiens dann aber an die Dolomitenfront auf dem Gipfel des Col Alto versetzt. Von dort ist es nicht weit zu seinem Heimatdorf, doch der Frontverlauf macht es für ihn unerreichbar. Sein Freund Franchini ist ebenfalls im Col-Alto-Abschnitt. Er hat den Auftrag, den Gipfel zu stürmen und die Österreicher zu verjagen. Die italienische Leitung beschließt, einen Stollen in den Berg zu treiben und von dort aus den Gipfel in die Luft zu sprengen. Dimai wird von den Österreichern ausgeschickt, um den Tag der Sprengung zu erfahren. Es gelingt ihm, die italienischen Stellungen zu umgehen und zu seiner Familie vorzudringen. Überglücklich begrüßt ihn seine Frau Pia. Durch einen Soldaten, den man in seinem Haus einquartiert hat, erfährt er, dass die Sprengung noch für diese Nacht vorgesehen ist. In allerletzter Minute kann er seine Kameraden warnen, die den Angriff zurückschlagen.
Am 10. August 1931 besteigen Dimai und Franchini wieder gemeinsam den Berg, auf dem noch immer Kriegshinterlassenschaften zu sehen sind.

Oswald Überegger: Geboren 1971 in Sterzing. Studium der Geschichte und Politikwissenschaften an der Universität Innsbruck, Mag. Dr. philseit Juli 2013 Direktor des Zentrums für Regionalgeschichte an der Freien Universität Bozen.
Forschungsschwerpunkte: Regionale Zeitgeschichte; Sozial-, Mentalitäts- und Kulturgeschichte des Ersten Weltkriegs; Gewalt- und Genozidgeschichte; historische Erinnerungskulturen; Wissens- und Historiographiegeschichte.

Marco Mondini: Geboren 1974 in Bassano del Grappa. Studium der Geschichte und Zeitgeschichte an der Università degli Studi di Pisa und der Scuola Normale Superiore in Pisa, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Italienisch-Deutschen Historischen Institut in Trient und Dozent für Zeitgeschichte an der Università di Padova.
Forschungsschwerpunkte: Kulturgeschichte des Krieges im 20. Jahrhundert;



Bergfilmabend: Berge in Flammen
 
 

 



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