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IMS-Tagung: Wie ehrlich ist der Bergsport?

IMS-Tagung: Wie ehrlich ist der Bergsport?
 
 
18.10.2014 -
Am Samstag, 18. Oktober, luden unter anderem die Alpenvereine aus Deutschland, Österreich und Südtirol im Rahmen des IMS zu einer Fachtagung nach Brixen. Thema der hochkarätig besetzten Versammlung war die Manipulation im Bergsport: Welche leistungssteigernden Mittel werden genommen? Ist künstlicher Sauerstoff oder die Einnahme von schmerz- und entzündungshemmenden Mitteln Manipulation? Wo liegen die Grenzen zum Doping? Und wieso finden diese Medikamente immer größere Verbreitung? Welche Rolle spielen Medien und Sponsoren?
Präsentiert wurde auch ein Positionspapier der medizinischen Kommission der UIAA, dem Dachverband der Alpinverbände.

Am Vormittag diskutierten Fachleute und Mediziner unter Leitung des Vorsitzenden des internationalen Masters in Bergmedizin Luigi Festi vor allem die medizinischen Aspekte leistungssteigender Mittel: Welche Medikamente werden in der Höhenmedizin gegen die Höhenkrankheit und gegen Schmerzen eingesetzt und bei welchen bestehe die Gefahr eines Missbrauchs? Insbesondere im Bereich der Schmerzmittel sei eine weite Verbreitung im Amateursport aber auch im Spitzensport erwiesen. Der Mediziner Urs Heft präsentierte schließlich die Empfehlungen der UIAA zu den verwendeten Medikamenten im Bergsport: Welche Nebenwirkungen haben sie, welche ethischen Bedenken gibt es? Hefti empfahl den Einsatz von Medikamenten nur auf den Notfall begrenzt. Ein leichtfertiger, präventiver Gebrauch sei ein Denkfehler für den Bergsport.

Ursachen: Freizeitindustrie und Leistungsdruck
Am Nachmittag ging es dann um die Manipulation im Breitenbergsport: Der Kletterer und Vertreter des Deutschen Alpenvereins Toni Lamprecht führte in das Thema ein und sprach über Manipulationsfelder beim Klettern und Bergsteigen, die auch über die Medikation hinausgehen, wie die Manipulation der Rahmenbedingungen zum Beispiel einer Kletterroute über die Zuhilfenahme nicht vorgesehener Mittel wie künstlicher Steighilfen. Auch in der jüngeren Alpingeschichte gäbe es zunehmend „erlogene Gipfelbesteigungen“, Nachrichten über neue Rekorde, die nicht geschehen seien. Der gesellschaftliche Druck ist im Zunehmen, ob im Profisport, als auch im Freizeitverhalten. Ein Appell ging an die Alpenvereine, die Problematik wahrzunehmen und die Mitglieder präventiv zu informieren. Das Ziel sei ein selbständiger, ehrlicher und mündiger Bergsteiger.
Die gesellschaftliche Entwicklung war denn auch Anknüpfungspunkt für Peter Koler. Der Psychologe und Pädagoge spürte dem Doping-Diskurs aus sozialpsychologischer Sicht nach: Welche gesellschaftlichen Bedingungen führen zum leistungsorientierten Freizeitverhalten? Welche Gründe führen immer mehr Bergsportler dazu, leistungssteigernde Mittel für sich persönlich zu billigen? Dabei ging es vor allem um das moderne Körperbild, das eine technische Verbesserung des Körpers über Hilfsmittel erlaubte Der Mensch lebe heute in einem relativ kontrollierten, sicheren Alltag, deshalb sucht er zunehmend das Erlebnis, das Risiko und das Wagnis in der Freizeit – auch um einen hohen Preis und im Zweifelsfall unter Zuhilfenahme von Manipulationsmitteln.

Verantwortung: Medien, Eigenmedikation
Die Journalistin und Medienwissenschaftlerin Marlis Prinzing zog auch die Medien in die Verantwortung. Bisher – so Prinzing – sei es verabsäumt worden, das Thema Doping in den Sportredaktionen aufzugreifen. Gerade die Frage, wo Doping beginnt, und was „echte“ Leistung ist, bedarf es eines öffentlichen Diskurses, dem die Medien dringend eine Plattform geben müssten.
Der Arzt und Bergführer Martin Burtscher spannte schließlich den Rahmen vom Thema Medikamenteneinsatz zu Therapie- und Vorbeugungszwecken bis hin zur Beeinflussung der sportlichen Leistungsfähigkeit. Rund 20 Prozent aller Bergsteiger und Skifahrer nehmen aus therapeutischen Gründen Medikamente ein; bei Personen über 50 Jahres seien es bereits über 50 Prozent. Nicht selten führen die körperliche Belastung, die Höhe und besonders zusätzlicher Alkoholgenuss zu unerwünschten Nebenwirkungen. Wichtig sei aber die Eigenverantwortung, da die Einnahme von leistungssteigernden Medikamenten im Breitensport im Gegensatz zu den Wettkämpfen nicht verboten ist.
Ebenfalls Gast der Alpenvereine war der ehemalige Rennradprofi Jörg Jaksche. Jaksche war 2006 in den Dopingskandal „Fuentes“ verwickelt und trug als Kronzeuge beim Prozess dazu bei, die Schattenseiten des Profisports ans Tageslicht zu bringen. Er sprach über seine persönlichen Erfahrungen, den Einfluss des sozialen und sportlichen Umfeldes und über den Anti-Dopingkampf der Weltverbände.

Abschließende Diskussion
Bei der abschließenden Diskussion mit allen Protagonisten und Fachleuten lag der Schwerpunkt auf der Abgrenzung des Begriffs Doping. Im Raum stand auch die Forderung nach Richtlinien besonders für den Wettkampfsport, um die Sicherheit zu erhöhen und die Freiheit des Bergsteigens zu gewährleisten. Beim Breitensport wurde von allen Seiten die Eigenverantwortung des einzelnen Bergsteigers betont. Zu guter Letzt liegt im Normalfall die Entscheidung bei der Person selbst, ob zum Erreichen des Ziels leistungssteigernde Mittel genommen werden bzw. ob das Ziel auch mit Hilfsmitteln erreicht werden will. Mediziner und Verbände können nur informieren und grundsätzlich befürworten, dass Menschen Sport betreiben.

IMS-Tagung: Wie ehrlich ist der Bergsport?
 
 
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