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Südtirol: Wo bleibt die Nachhaltigkeit?

Südtirol: Wo bleibt die Nachhaltigkeit?
 
 
07.06.2019 -
Anfang Mai hat die Südtiroler Landesregierung nach ihrer Klausur aufhorchen lassen mit einem „Pakt für das Südtirol von morgen“, welcher vor allen Dingen nachhaltig ausgerichtet sein soll. Im Bereich des Landschaftsschutzes können AVS, CAI Alto Adige, Dachverband für Natur- und Umweltschutz und Heimatpflegeverband Südtirol diesen Pakt allerdings nicht erkennen.

Marinzen, Feldthurns und zuletzt Latsch haben gezeigt, welche Werte für die Südtiroler Landesregierung im Zweifelsfall ausschlaggebend sind. Mit der Entscheidung zum Glaskristall steht die nächste heikle Entscheidung im Landschaftsschutzbereich an. Wie wird die Südtiroler Landesregierung wohl in diesem Fall entscheiden, damit – immer laut Nachhaltigkeitspakt „unsere Kinder und Enkelkinder auch morgen noch ein liebens- und lebenswertes Südtirol vorfinden“?

Die Vorsätze waren bereits im Landtagswahlkampf 2013 tugendhaft: Unter dem Slogan der Erneuerung wollte man ab nun auch die politischen Entscheidungen im Umwelt-, Natur- und Landschaftsschutzbereich weit stärker als bisher an den Gutachten der eignen Experten und Kommissionen ausrichten. Ernüchternd war hingegen die Bilanz der abgelaufenen Legislatur. Daher hat es umso mehr überrascht, dass die Landesregierung als Synthese ihrer Klausur Anfang Mai der Südtiroler Bevölkerung einen „Pakt für das Südtirol von morgen“ angeboten hat, „damit unsere Kinder und Enkelkinder auch morgen noch ein liebens- und lebenswertes Südtirol vorfinden“.

Darunter verstehen wir alpinen Vereine und Umweltschutzverbände des Landes Alpenverein Südtirol, CAI Alto Adige, Dachverband für Natur- und Umweltschutz und Heimatpflegeverband Südtirol vor allem auch eine weitreichende Landschaftsschutz- und Raumordnungspolitik, die unsere natürlichen Ressourcen möglichst sorgsam schützt, für die Allgemeinheit erhält und sie nicht privaten Partikular-Interessen opfert.

Wie ambivalent dieses politische Angebot eines solchen Zukunftspaktes ist, zeigt sich an den alltäglichen Entscheidungen der Südtiroler Landesregierung, welche allesamt letzthin gefällt wurden: Das Seilbahn-Projekt Marinzen wurde im dritten Anlauf trotz aller negativen Gutachten genehmigt. Trotz aller negativer Gutachten wurde auch die Ausweisung einer touristischen Zone auf der grünen Wiese für ein Chalet-Dorf in Feldthurns genehmigt. Ebenso wurde eine touristische Zone in Latsch inmitten von landwirtschaftlichem Grün ausgewiesen. Einzelne Mitglieder der Landesregierung haben sich bei ihrer Zustimmung zur Genehmigung in diesem Fall auf die positiven Gutachten im konkreten Fall berufen. Bei den genannten Fällen mit negativen Gutachten fühlten sie sich aber offenbar weit weniger an diese Gutachten gebunden.

Mit dem Glasturm-Projekt Touch The Dolomites (TTD) in unmittelbarer Nähe der Kölner Hütte am Rosengarten liegt das nächste heikle Projekt zur Behandlung in der Südtiroler Landesregierung auf. Vergangene Woche haben die unterzeichnenden Verbände daher in einem gemeinsamen Brief die Südtiroler Landesregierung dazu aufgefordert, das negative Gutachten des wissenschaftlichen Beirates der Stiftung Dolomiten UNESCO ernst zu nehmen und dem Glasturm an diesem Standort folgerichtig eine endgültige Absage zu erteilen. Mit der alpinen Natur und Landschaft muss besonders rücksichtsvoll umgegangen werden und umweltverträglichen zukunftsfähigen Alternativen wie einem Besucherzentrum in Talnähe oder der Integration in die Kölner Hütte muss der Vorrang gegeben werden.

Auch ohne Rückmeldung der angeschriebenen Landesräte gehen wir weiterhin fest davon aus, dass das Projekt in der vorliegenden Form nur abgelehnt werden kann. Alles andere wäre für uns absolut unverständlich und ein klares Bekenntnis gegen die grundlegenden Werte der UNESCO-Weltnaturerbe-Auszeichnung. Auch das eingangs erwähnte Angebot eines Paktes für das Südtirol von morgen verkäme mit einer positiven Entscheidung zur bloßen Makulatur.

Fotos:
Titelbild:  Chaletdorf in Feldthurns auf der grünen Wiese trotz negativer Gutachten von der Landesregierung genehmigt  (c) Heimatpflegeverband Südtirol
Bild2: Neue Tourismuszone in Latsch inmitten von landwirtschaftlichem Grün ausgewiesen (c) Heimatpflegeverband Südtirol

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