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Unterwegs in Eigenverantwortung

Unterwegs in Eigenverantwortung
 
 
16.06.2020 -
Wie sollen sich unsere AVS-Mitglieder in Zeiten von Corona am Berg und beim Klettern verhalten? Dr. Bernd Gänsbacher* beantwortet wichtige Fragen.

Herr Dr. Gänsbacher, wie groß sehen Sie die Ansteckungsgefahr auf einer Alm- oder Schutzhütte?
Wie uns erste Fälle in Südkorea oder Deutschland nach dem Lockdown zeigen, entstehen neue Ansteckungsherde bei Massenansammlungen, wenn sich die Menschen nicht an die Vorsichtsmaßnahmen halten. Virusausscheider können in seltenen Fällen sogar im Nu Hunderte von Menschen infizieren. Auch auf Almen und Schutzhütten gilt es unbedingt, den nötigen Abstand einzuhalten sowie Mund-Nasen-Schutz vorzunehmen. Sollten aufgrund eines Unwetters oder anderer widriger Umstände, sich unvorhergesehen mehrere Menschen in einer Almstube oder in Räumen einer Schutzhütte aufhalten müssen, hat Mund-Nasen-Schutz oberste Priorität, zu deren Einhaltung der Hüttenwirt sorgen muss. Wenn sich Gäste wie Betreiber streng daranhalten und mit Hausverstand vorgehen, sollten sich auch solche Ausnahmesituationen bewältigen lassen.

Hat in höheren Berglagen die UV-Strahlung oder die sauerstoffärmere Luft einen Einfluss auf die Infektionsgefahr?

Überhaupt nicht. Der Mensch überträgt das Virus auch dort auf den üblichen Wegen, vorwiegend durch Aerosole, die vom Gegenüber eingeatmet werden und zu einer Infektion führen können.

Wie sehen Sie die Problematik in Kletterhallen?
Während Klettern im Freien mit einer geringen Ansteckungsgefahr verbunden ist, ist - wie in allen in geschlossenen Räumen mit Menschenansammlungen - das Risiko in Kletterhallen größer. Die Wahrscheinlichkeit einer Infektion erfolgt zu 90 Prozent über die Atemwege, geringer ist der Anteil über Schmierinfektion, also in diesem Fall über den Kontakt bei Haltegriffen. Deshalb ist Mund-Nasen-Schutz beim Klettern in Kletterhallen unbedingt erforderlich sowie die Desinfektion der Hände vor dem Klettern. Magnesiapulver hingegen hat keine desinfizierende Wirkung.

Wie groß sehen Sie die Ansteckungsgefahr für Bergretter, z.B. bei Hautkontakt mit dem Blut eines Verletzten?
Man hat virale Partikel im Blut nachgewiesen, aber nur in seltenen Einzelfällen. Allerdings ist damit zu rechnen, dass doch eher gesunde Leute auf den hohen Bergen unterwegs sind, weshalb ich für Bergretter keine allzu große Gefahr sehe. Vorsichtsmaßnahmen wie Mund-Nasen-Schutz und das Tragen von Handschuhen sind bei Einsätzen jedoch unbedingt notwendig.

Wird im Sommer die Ansteckungsgefahr abnehmen?
Die Viren, welche über die Atemwege ausgeschieden werden - dies gilt für Influenza- genauso wie für Coronaviren – mögen an sich keine hohen Temperaturen und hohe Luftfeuchtigkeit. Wie wir aber sehen, hat sich das Coronavirus auch in Ländern mit heißen und feuchten klimatischen Bedingungen stark ausgebreitet und somit ist diese These nicht signifikant.

Die viel plädierte Eigenverantwortung scheint immer mehr zu bröckeln, welche Folgen daraus sind zu erwarten?
Wenn beispielsweise 80 Prozent der Bevölkerung bisher nicht infiziert wurden, heißt das nicht, dass diese von der Seuche verschont bleiben. Wer sich nicht an die vorgegebenen Schutzmaßnahmen, wie Mund-Nasen-Schutz, Abstand, Hände waschen hält, muss damit rechnen, angesteckt zu werden bzw. andere Menschen anzustecken, da man auch Träger des Virus sein kann, bevor erste Symptome spürbar werden.

Ingrid Beikircher
Redaktionsleitung Bergeerleben

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*Dr. Bernd Gänsbacher (*1948) aus Sarnthein arbeitete als Facharzt für Innere Medizin, Allergie/Immunologie, Hämatologie/Onkologie und als emeritierter Hochschulprofessor an der Technischen Universität München. Von 2000-2004 wirkte er als Präsident der Europäischen Gesellschaft für Zell- und Gentherapie und ist seit 2013 im Auftrag der Europäischen Union in der European Medicine Agency in London vertreten. In seinen Büchern befasst er sich mit Genen, Ernährung, Psyche und Erkrankungen.



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