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Die Geschichte des Tierser Alpenverein

Die Geschichte des Tierser Alpenverein
 
 
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Bergsteigen in Tiers vor der Gründung der A.V.S.-Außenstelle
Die alpine Glanzzeit um die Jahrhundertwende wurde nicht nur durch die beiden Weltkriege, sondern auch in Folge der dazwischenliegenden wirtschaftlich, aber vor Allem politisch unglücklichen Zeitepoche, in ihrer weiteren Entwicklung stark beeinträchtigt.
In unserer Heimat hatte man neben sonstigen Schikanen auch die Schutzhütten enteignet, gleich anderen Vereinigungen und Verbänden wurde ebenso der Deutsch-Österreichische Alpenverein verboten.

Die bergsteigende Jugend folgte dem Ruf der Auswanderung oder zog an die Front, doch nur mehr wenige konnten nach dem Krieg unversehrt in ihre geliebte Heimat zurückkehren. Ihre große Sorge galt damals vor Allem der Arbeitssuche, denn es fehlte nicht nur an Nahrungsmittel und Kleider, sondern auch das nötige Geld, solche zu beschaffen.

Trotzdem fanden immer wieder vereinzelte Idealisten den Weg in die Berge. Neben der paar älteren Bergsteigern war es hauptsächlich die Jugend, die dieser Verlockung nicht wiederstehen konnte. Mitglieder der Klettergilde "Bergler" zogen regelmäßig zum Wochenende in den Rosengarten, aber auch eine weitere stattliche Schar von Wander- und Bergbegeisterten aus Bozen und Umgebung pilgerte Sonntag für Sonntag, meist mit dem Fahrrad, in die nahen Dolomiten.
Das Jahr 1952 brachte zwar mit dem tragischen Absturz des blutjungen Tiersers Hans Dalvai, mit seinem Seilgefährten Luis Kasseroler aus Bozen, einen argen Dämpfer für das Dorf; doch bereits im darauffolgenden Sommer waren wir eine handvoll Jugendliche vom Ort, die am Klettern Freude fanden und sonntags in den heimatlichen Bergen ihre Freizeit verbrachten.
Erfahrungslos, ohne jegliche Ausbildung und nur mangelhaft ausgerüstet, wetteiferten wir meist in Zweiermannschaften um sin machen Gipfel. Des Öfteren ermahnte uns ernsthaft ein älterer Alpinist oder Bergführer, ob unseres jugendlichen Leichtsinnes; doch ließ uns ein gütiges Schicksal bis auf kleinere Zwischenfälle immer wieder gesund nach Hause kehren.
1954 wurde die Bergrettungsstelle Tiers gegründet und das Jahr darauf fand am Sellajoch der erste, einwöchige Lehrgang für B.R.D.-Mitglieder statt. Dieser Ausbildungskurs wiederholte sich in der Folge alljährlich und durch neue Zugänge hatte Tiers schon bald eine beachtliche Anzahl junger Bergsteiger.
Eine herzliche Verbundenheit aus jener Zeit ist uns allen noch in bester Erinnerung geblieben und verdient hier erwähnt zu werden. Die Grasleitenhütte mit den Wirtsleuten Franz Ploner und seiner Gattin "Rosl" galt wohl für einige aus unserer Gruppe als ein zweites Zuhause. Ein Dankeschön allen Kameraden von damals für so viele, gemeinsame Stunden am Berg, aber auch in froher Runde an so machen gelungen Hüttenabend.
Jahre vergingen und die Schar der nachrückenden Bergsteigerjugend wuchs ständig an. Auch der Fremdenverkehr blieb nicht stehen, sodass die Zahl der wanderfreudigen Urlauber und Touristen immer größer wurde.
1965 war es dann an der Zeit, die Ortsstelle Tiers der A.V.S.-Sektion Bozen ins Leben zu rufen. Ähnlich wie bei der Gründung der Bergrettungsstelle war auch hier Franz Obkircher eine der treibenden Kräfte.
Mit Toni Trompedeller und anderen Gleichgesinntenfand er bald die richtigen Partner. Dank aktiver Mitarbeit von Bozner Freunden hielt vor nunmehr 25 Jahren der Alpenverein Einzug in unserer Berggemeinde und ist heute, als der an Mitgliedern stärkste Verein, aus unserm Dorf nicht mehr wegzudenken.
Berg Heil!
Sepp Mair
Tiers, 1990


Vereinsgründung

Im Tierser Tal hat sich der Alpenverein erst relativ spät gebildet, obwohl das Gebirgsdorf unter dem Rosengarten schon um die Jahrhundertwende Hochburg der Wanderer und Bergsteiger war (ein Dutzend Bergführer zeugen davon).
Vor der Vereinsgründung waren die Mitglieder in den verschiedenen AVS-Sektionen eingetragen. Eine funktionstüchtige Bergrettungsortsstelle bestand bereits seit 1954. Sie wurde ab dem Gründungstag bis 1964 von Luis Aichner "Wuhnschneider" geleitet. Er nahm auch bis zur Ortsstellengründung die Anmeldung der Alpenvereinsmitglieder entgegen und leitete sie an die Sektion Bozen weiter. Wenn auch aus den Reihen der 15-Mann starken BRD-Gruppe der Wunsch, eine eigene Alpenvereins-Organisation zu gründen immer deutlicher wurde, gingen die Vorbereitungsarbeiten nur zögernd voran. Anfangs waren es nur Wirtshausgespräche, später folgten Aussprachen und Treffen mit verschiedenen AVS-Vertretern. Anführer und Wegbereiter der Befürworter war Franz Obkircher. Öfters fuhr er allein oder mit Bergfreunden und Mitgliedern zu den Hauptversammlungen bzw. zu anderen Sektionsveranstaltungen nach Bozen, um Kontakte aufzunehmen. Einmal legte er sogar die Wegstrecke Bozen - Tiers zu Fuß zurück, da nach einer "etwas längeren" Versammlung keine Fahrgelegenheit mehr bestand.
Nach einer schriftlichen Anfrage durch Franz Obkircher beim Alpenverein in Bozen wurde Karl Ronchetti vom Sektionsausschuß beauftragt, die Ortsstellengründung in Tiers zu fördern, sowie die Bedingungen und Aufgaben des Vereins zu unterbreiten. Es folgt eine erste verbindliche Besprechung Anfang Jänner 1965 im Gasthof Edelweiß. Karl Ronchetti gab den Anwesenden Auskunft über Sinn und Zweck des Vereins und erläutert auch dessen Satzungen. Daraus ging klar hervor, daß es zur Gründung einer Ortsstelle mindestens 30 A-Mitglieder (weder Jugend noch BRD) brauchte, die schon bei irgend einer Sektion Mitglied waren. Noch vor der Vereinsgründung mußten mit den eingeschriebenen AVS-Mitgliedern in einer eigenen Versammlung der Ortsstellenleiter und dessen Stellvertreter gewählt werden, damit eine Führungsgarantie der neuen AVS-Stelle gewährleistet war. Zu dieser Versammlung kam es am Mittwoch, den 17. Februar 1965, um 20:00 Uhr im Gasthof Rose.
Von den 30 Anwesenden waren 27 wahlberechtigt. Bei der anschließenden Wahl, die von Karl Ronchetti geleitet wurde, ging Toni Trompedeller mit 24 Stimmen als erstgewählter Vorstand der Ortsstelle Tiers hervor. Mit 14 Stimmen wurde Hans Resch Stellvertreter. Da nun alle Bedenken einer Alpenvereins-Ortsstellengründung von Seiten der Sektion Bozen ausgeräumt waren, wurde der Gründungstermin vom neugewählten Vorstand auf Sonntag, den 14. März, anberaumt.
Zur ersten Vereinsversammlung, die am 19. April 1965 im Gasthof Paradies einberufen wurde, waren alle alten und neuen Mitglieder eingeladen. Auf der Tagesordnung stand die Wahl des Schriftführers und Kassiers. Als Schriftführer wurde Günther Pattis gewählt und als Kassier Franz Obkircher. Letzterer lehnte es ab, da er im selben Jahr die Führung des Bergrettungsdienstes übernommen hatte. Die Wahl des Kassiers wurde wiederholt, wobei Hannelore Tappeiner als gewählt hervorging. Bei dieser Versammlung entstand auch ein umfangreiches Tourenprogramm, das von der neuen Ortsstelle im selben Jahr voll und ganz abgewickelt wurde.


Neue AVS-Außenstelle in Tiers

Am Sonntag , 14. März 1965, fand im Gasthof "Paradies" in Tiers die Gründung der Außenstelle Tiers der AVS-Sektion Bozen statt. Zu Beginn der Feier stellten ich deren neuer Leiter, Toni Trompedeller und dessen Stellvertreter, Hans Resch vor. Der Vorstand der neugegründeten AVS-Außenstelle Tiers, Toni Trompedeller, begrüßte die zahlreich erschienenen Teilnehmer herzlich, besonders die Gäste des AVS-Bozen, und dankte dafür, dass so viele der Einladung Folge geleistet hatten. Hierrauf sprach Karl Ronchetti vom AVS-Bozen über Sinn und Zweck sowie über die Aufgaben des Alpenvereins. Er rief besonders die Jugend auf, sich dieser alpinen Vereinigung anzuschließen, den Bergen verbunden zu bleiben und mitzuhelfen, die Natur und somit die Schönheit der Bergwelt zu schützen.

Es folgte ein Lichtbildervortrag von Fräulein Mädi Leiß (Jugendführerin des AVS-Bozen) über Bergwanderungen und Klettertouren, wie auch über schöne Fahrten durch deutsche Städte bis nach Helgoland. Die Feier wurde vom St.Cyprian-Quartett musikalisch umrahmt und mit dem Heimatlied "Wohl ist die Welt so groß und weit" beendet.
Auszug aus der Tageszeitung Dolomiten vom 23. März 1965

Trotz der Abgeschiedenheit, die ein typisches Merkmal von Tiers ist, gelang es unserer Ortsstelle wiederholt, aus der naturgegebenen Isolierung auszubrechen und mit auswärtigen Alpenvereinskreisen Kontakte nicht nur anzuknüpfen, sondern sie auch zu pflegen und auszubauen: Veranstaltungen wie Sternfahrten 1969 auf dem Tschafon und 1978 im Tschamintal, gemeinsame Ausflüge mit anderen Ortsstellen, mehrmalige Skivergleichskämpfe mit dem AVS-Leifers und Alpineskirennen auf Grasleiten, zu denen die Sektion Bozen und deren Außenstellen eingeladen wurden, bewiesen dies.

Tourenbericht - einige der nennenswerten Gemeinschaftsausflüge
In den vergangenen 25 Alpenvereinsjahren konnten unzählige Gemeinschafts-Bergfahrten unternommen werden. In drei Tourenbüchern sind sie festgehalten und mit Fotos und Bildern dokumentiert. Nur einige der schönsten Ausflüge nachstehend zur Erinnerung angeführt.
Wanderungen:
 

Klettersteige:

Kletterausflüge:
Zeltlager:
Gletschertouren:
Skitouren und Skiausflüge:

Die Ortstelle Tiers war schon immer bemüht, ihren Mitgliedern neben einem reichhaltigen Angebot an Gemeinschaftstouren auch einiges bezüglich Weiterbildung, Schulung und Unterhaltung zu bieten. Mag hier auch nicht immer das bestmögliche Ergebnis erzielt worden sein, so fand doch unser ernstes Bestreben in einer Reihe von Veranstaltungen seinen Niederschlag, z.B. in zahlreichen Lichtbildervorträgen, in denen den Teilnehmern die erhabene Schönheit unserer Bergwelt und jener ferner Länder vor Augen geführt wurde, und in mehrmaligen Vorträgen zum Thema "Sicherheit am Berg".



Jugend im Alpenverein

Die AVS-Jugend besteht aus Mitgliedern zwischen 10 und 24 Jahren, Aufgaben der Jugendarbeit ist es, die Jugendaus dem Alltag in die Bergwelt hineinzuführen, sie auf diesem Wege auszubilden, mit der Natur vertraut zu machen und die Freude am Wandern und Bergsteigen in unserer Heimat zu wecken und zu pflegen.
Aus der Ortsstelle entstand 1968 eine AV-Jugendgruppe. Mit der Aufgabe, diese Jugend zu führen, wurde Margareth Ploner betraut. 1971 konnte auch ein Jugendführer, Luis Antholzer, dazugewonnen werden und ab 1974 stand die Jugend unter der Führung von Luis Antholzer und Renate Vieider.

Durch die Errichtung des neuen Jugend- und Vereinsheimes im Gemeindehaus, im Jahre 1980, erlebte die Jugendgruppe einen neuen Aufschwung. Die Jugendführer waren jetzt Elfriede Antholzer, Margret Resch, Artur Obkircher und Karl Antholzer. Sie hatten eine große, aufgeweckte, wissbegierige Gruppe zu betreuen und zu beschäftigen. Die AVS-Jugendgruppe traf sich einmal monatlich von September bis Juni zur Heimstunde. Unter aktiver Mithilfe einiger Jugendlichen aus der Gruppe wurden verschiedene Aktivitäten geplant und durchgeführt. Sing- und Spielnachmittage, Bastelnachmittage, Weihnachtsfeiern, Knotenübungen, Kletterkurse, Einführungen die Erste-Hilfe, Rodelrennen, Hüttenlager, Herz-Jesu-Feuer, Törggelen, Mitwirkung bei den AVS-Hauptversammlungen, Beteiligung an den Landessternfahren. Bei den Gemeinschaftswanderungen und Touren des Vereines stellten die Jugendlichen die meisten Teilnehmer. Außerdem machten sie bei Veranstaltungen und Unternehmungen der Ortsstelle (z.B. Säuberungsaktionen) fleißig mit.


7. Landesjugendsternfahrt am 18. Mai 1969 auf dem Tschafon

Mit der Organisation dieser Sternfahrt betrat unsere Ortsstelle "Neuland"; war die Jugendgruppe Tiers zu diesem Zeitpunkt doch gerade erst ein Jahr "jung". Für den Alpenverein Tiers unter der Leitung von Toni Trompedeller bzw. Jugendführerin Margareth Ploner galt daher die Devise "nicht verzagen, trotzdem wagen".
Was wir als Nachteil einschätzten, erwies sich letztlich als Vorteil: die fehlende Erfahrung und Routine wurde durch Unmittelbarkeit und Unverfälschtheit mehr als wettgemacht. Jeder Teilnehmer an dieser Fahrt spürte, dass hier nicht über ausgetretene Gewohnheiten getrampelt wurde, sondern dass alles echt war und von Herzen kam. Dazu das wahrlich erlesene Plätzchen auf dem Tschafon mit dem herrlichen, durch keine Wolke getrübten Rundblick auf unsere heimatlichen Berge! Ein Anschauungsunterricht, wie man ihn sich nicht besser vorstellen kann!
Unter diesen glänzenden Voraussetzungen hatten es die Veranstalter und geladene AVS-Prominez nicht allzuschwer, die rund fünfhundert Jugendlichen für sich zu gewinnen. Sowohl die Begrüßungsworte des Ortsstellenleiters wie auch die Ausführungen des Festredners Paul Andres, seinerzeit 2. Vorsitzender der AVS-Hauptleitung und des damaligen Landesjugendführers Helmuth Ruep fanden begeistert Anklang, erhielten sie doch Nachdruck und Bestätigung in der wunderbaren Bergkulisse, die gleichsam für die feierliche Umrahmung sorgte. Auch um das leibliche Wohl war es bestens bestellt, lag doch, neben der gewiß nicht knauserigen Verpflegung durch den Verein, Hüttenwirt Michl Lunger ständig in Reserve. Was wunder, dass bei allerlei Spiel und Kurzweil, begleitet von den strammen Klängen der Tierser "Böhmischen", die Stunden wie im Nu dahinflogen.
Der Abstieg, der unter fröhlichen Gesängen und manchem Schabernack vor sich ging, war vom Gefühl bestimmt, ein einmaliges Erlebnis neige sich dem Ende zu. Aber die Erinnerung daran ist noch heute in uns lebendig!


16. Landesjugendsternfahrt am 10. September 1978 am Rechten Leger im Tschamintal

Neun Jahre waren seit jenen frohgemuten Stunden auf dem Tschafon verflossen, als sich die AVS-Jugend 1978 am Rechten Leger im Tschamintal zu ihrer 16. Landesjugendsternfahrt traf. Jahre, in denen sich manches entscheidend verändert hatte; man denke nur an den Natur- und Umweltschutz, der, 1969 noch kaum ein Thema, nunmehr im Brennpunkt heftiger Auseinandersetzungen stand.

Hören wir nun den Bericht über diese Sternfahrt, entsprungen der Feder von Heiner Gschwendt und veröffentlicht in den "Dolomiten" vom 27. September 1978:

AVS, quo vadis? Jugend antwortet

Sternfahrt der Alpenvereinsjugend - wer nie dabei war, kann nicht wissen, was das bedeutet. Kein Bericht kann all den Frohsinn und freudigen Einsatz beschreiben, aber auch nicht das Gefühl der Zuversicht, das die älteren Schlachtenbummler angesichts dieser frischen und fröhlichen AVS-Jugend überkommt.
Es ist 7 Uhr früh und irgendwo in Südtirol. Buben und Mädchen stehen auf einem Platz und warten. Ein Bus rollt an - er kommt aus dem größeren Nachbarort, fast voll besetzt mit Sternfahrtteilnehmern. Wir steigen zu und weg geht`s. Bald danach steigt hinten im Bus, zuerst zaghaft, eine Melodie auf, andere Stimmen fallen ein - es kommt noch eine Gitarre hinzu (der Benno ist anscheinend ein Meister auf diesem Instrument....) und dann folgt Lied auf Lied.
Der Mittelpunkt des "Sterns" liegt heuer auf der Almwiesen des Rechten Legers im Tschamintal, und diese Wahl war eine großartige Wahl.
Von Tiers herauf und vom Niger herunter rollen sie an: die großen Busse, die kleinen Kombiwagen und die vielen "Privaten". Feuerwehr weist die Fahrer ein. (Was täten wir, wenn wir in Südtirol nicht unsere Feuerwehrmänner hätten - sie sind wirklich zu allem zu brauchen und immer da...). Aus den Fahrzeugen quillt`s heraus und quillt`s heraus, wie im Märchen der Hirsebrei aus dem Wundertöpfchen, das nie leer wird.
Frohe Begrüßungen - alte Bekannte. Schließlich sind wir ja aus dem ganzen Land und seinen äußersten Ecken gekommen und sehen uns nicht alle Tag. Dann gehen wir, zügig, bis zu dem Baum, an dem das Plakat mit der ersten Quizfrage hängt. Die ist leicht, die nächste geht auch noch an, aber bei den "Eiern des Adlers" wird`s etwas schwieriger. Und als dann später ein Adlerpaar hoch über uns majestätisch seine Kreise zieht, geht ihm wohl manche besorgte Frage zu: Du wunderschöner Vogel du, sag wie viele Eier legst du...?
Die Wiese am Rechten Leger füllt sich langsam, aber stetig. Unter der schönen Kreuzgruppe ist schon ein Altartische aufgebaut; der Pfarrer von Tiers ist auch schon da. - Bei der Heuhütte gibt`s zu trinken und gebratene Würste - aber noch immer reißt der Zustrom von unten nicht ab. Wie die Jugendführer schließlich alle Meldezettel abgegeben haben, sind 985 Buben und Mädchen auf der Wiese; dazu kommen noch die Eltern mit Kindern und andere "Alte", die nicht auf den Zetteln stehen. Über 1.000 AVS-Mitglieder werden jetzt vom Ortsstellenleiter, Toni Trompedeller, vom Bürgermeister Karl Markus Villgrattner und dann vom Landesjugendführer Luis Vonmetz begrüßt. Luis sagt uns auch, dass jetzt anschließend der Landeshauptmann persönlich zu uns kommen würde, und wir alle freuen uns sehr darüber, dass der Wert der AVS-Jugendarbeit auf so überzeugende Weise anerkannt wird.
Und nun kann die Messe beginnen. Wir haben sie besonders würdig im Gedenken an Wolfi Kaute geleifert, den Brixner Jugendführer, der kurz zuvor am Hochfeiler verunglückt war. Der Hintergrund für die heilige Haltung konnte schöner nicht sein: Die alte Kreuzgruppe und dahinter aufragend die Felsen der Sattelspitze, der Valbongruppe und des Grasleitenkammes. Vorne Kopf an Kopf wir alle. Die Predigt ist dem Tag und Anlass angepasst - eine Bergpredigt.
Mittagspause und Kräftenachschub. Dabei erklärte uns Klaus, wie alles weitere, vor allem der Malwettbewerb, vor sich gehen soll. Er muss es ja am besten wissen, ist er doch bereits seit drei Tagen hier her oben um alles vorzubereiten.
Und dann bringt ein Feuerwehrjeep den Landeshauptmann. Großer Jubel, alles drängt heran, und zum "Ansprachenhügel" muss er sich erste einen Weg durch Buben und Mädchen bahnen.
Der Landesjugendführer geht als erster zum Rednerpult. Er dankt dem Landeshauptmann, dass er zu uns gekommen ist und sagt: "Wir wissen, dass Sie in Ihrer Jugend ein begeisterter Bergsteiger waren und viele Gipfel erstiegen haben. Betrachten Sie sich also mitten unter Gleichgesinnten." Dann spricht er von der Arbeit der AVS-Jugend, die uns bewusst werden lässt, dass wir gemeinsame Ziele und gemeinsame Ideale, dass wir eine gemeinsame Verantwortung tragen und zusammengehören, weil uns ganz einfach wo vieles verbindet. Die Jugendorganisation im AVS bietet einer von Problemen bedrängten Jugend Gegenvorschläge zu missverstandenem Profistreben und sinnlosem Vegetieren... sie hat einen jährlichen Zuwachs von 20%, und dies seit drei Jahren... 120 geschulte Jugendführer bemühen sich um die Buben und Mädchen im AVS.
Er berichtet davon, dass sich die bedeutendsten Jugendverbände Südtirols im "Südtiroler Jugendring" zusammengeschlossen haben. Der Jugendring soll gesetzliche Grundlagen schaffen und Mittel anfordern, welche für weitere erfolgreiche Jugendarbeit in unserm Lande dringend erforderliche sind. Es gibt nur zwei Wege: einmal die Stärkung der einzelnen Verbände und zum zweiten die Stärkung und der Ausbau des Jugendringes. Letzteres müsse auch ein Anliegen der Landesregierung werden, denn von den nachwachsenden Jugendlichen hänge es ab, wie und in welcher Richtung sich unser Land entwickeln wird. Was die AVS-Jugend betrifft, so schließt er mit den Worten: "Wir wollen diese Jugend und glauben an sie. Und wir glauben daran, dass in unserem Lande jene moralische Kraft vorhanden ist, die uns befähigt, unseren eigenen Weg zu gehen. Diesen Zielen werden wir unsere Arbeit unterordnen. Die Kraft dazu werden wir aus unseren Bergen schöpfen".
Kurz, aber sehr eindringlich und gezielt sind anschließend die Worte des 1. Vorsitzenden des AVS, Dr. Gerd Mayer. AUs ihnen kann man seine große Freude über den sichtbaren Erfolg der AVS-Jugendarbeit heraushören und wie überaus wichtig ihm und seinen Mitarbeitern dies Arbeit ist. Er wendet sich dann direkt an den Landeshauptman mit der Bitte, das Erlebnis des heutigen Tages möge ihn mehr denn je bestimmen, alles zu tun damit diese Bergsteigerjugend einmal dieses schöne Land unverdorben an die nächste Generation weitergeben könne.
Dann spricht der Landeshauptmann. Mit Freude vernehmen wir, wie sehr er die Ziele unseres Vereines bejaht. Sichtlich beeindruckt von der gesunden Frische der nachrückenden AVS-Generation sagt er uns, dass diese Art Jugend die Mehrheit in unserem Lande darstellt, die krankhafte und zerstörerische aber eine Minderheit und dass man sich dessen immer bewusst sein müsse. Zu unserem Leitwort des Jahres "Die Heimat besser kennenlernen" sadt er:"...nur wer die Heimat kennengelernt hat, liebt sie - und nur wer die Heimat liebt, lernt sie wirklich kennen."
Nach diesen Ansprachen geht es an ein frohes Malen, Basteln, Werken. Unbeirrt gehen die Maler ihrer Aufgebe nach, den Heimatort in einer kennzeichnenden Ansicht zu schildern, obwohl ihnen die Zuschauer, wie Traben an den Malständen hängend, kaum Raum für die zeichnenden Hände lassen. Währenddessen hocken an langen Brettern die erfindungsreichen Bastler und schaffen aus allem Möglichen und Unmöglichen erstaunliche Dinge. Vermisst haben wie einen musikalischen Wettbewerb - gute Sänger und sogar Gitarre-Solisten wären dagewesen; das für`s nächste Mal.
Und dann ist es endlich so weit, und die Preisrichter können an die Bewertung des Malwettbewerbs gehen. Es ist ein schweres Stück Arbeit, aus so vielen erstaunlich guten Arbeiten die drei besten herauszusuchen. 28 Malereien in Wachskreide hängen an Brettern, und wie die Jury (endlich!) so weit ist, überreicht der Landeshauptmann die Preise an folgende Jugendgruppen: den 1. Preis an Neiderdorf, den zweiten gleichwertigen an Olang und Mühlbach, den dritten an Welsberg. Eine besondere Belobigung erhalten Jenesien, Klausen, Lana und Etschtal. Die Preise für die Quizfragen sind schon vorher in der Reihenfolge an die Jugendgruppe Ulten, Welschnofen und Hochpustertal gegangen.
Zwei besonders schöne Fahrtenbücher von den Jugendlichen gestaltet, wurden noch prämiert. Die Jugendgruppe St. Pauls erhielt dabei ein Kletterseil und die Jugendgruppe Kurtatsch/Magreid einen schönen Bilderband. Schließlich wurde den Neumarktern ein Wanderpolak übergeben. Mit 92 Teilnehmern waren sie die zahlreichste Gruppe.
Abschließende Worte des Landesjugendführers... das Heimatleid noch... und ein ganz großer Festtag des Alpenverein Südtirols geht seinem Ende zu.
In einem Leserbrief der "Dolomiten" hat einmal einer gefragt, wohin es mit dem Alpenverein ginge (Alpenverein - quo vadis?) Wäre er am 10. September im Tschamintal gewesen, dann wüsste er es. Wir wissen es schon lange: Mit dem Alpenverein Südtirol geht es in eine saubere, bodenständige Zukunft.
Heiner Gschwendt




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