Wir verwenden Cookies für die beste Nutzererfahrung. Es werden Cookies von Dritten eingesetzt, um Ihnen personalisierte Werbung anzuzeigen. Durch die Nutzung der Website stimmen Sie der Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät zu. Informationen zu Cookies und ihrer Deaktivierung finden Sie hier.
 



 
AVS Bergfreunde - Registrieren & teilnehmen

AVS-Projekt ALPINIST: Skihochtourenwoche im Berner Oberland

AVS-Projekt ALPINIST: Skihochtourenwoche im Berner Oberland
 
 
Meist günstige Schneesituation, tolles Gebiet mit mächtigen Gipfeln, strahlender Sonnenschein, doch über weite Strecken ein unangenehmer Begleiter.
6 junge Alpinisten waren in der Woche nach Ostern im Berner Oberland unterwegs ...


Ostermontag, 6. April 2015, 3.00 Uhr Morgens. Pünktlich trafen wir uns am Parkplatz Bozen Süd mit vollgepacktem Rucksack und Tourenskiern. Hoch motiviert und voller Erwartungen traten wir die lange Fahrt nach Blatten ins Berner Oberland an. Das Tourenziel dieser Woche bestimmten wir bereits bei einem Vortreffen im Februar mit unseren Bergführern.

Aufstieg zur Konkordiahütte
Mit dem Gedanken im Hinterkopf, dass noch ein langer Tag auf uns wartete, verging die Anfahrt zu unserem Ausgangsort wie im Flug. Auch durch der Tatsache, dass für die gesamte Woche strahlender Sonnenschein vorausgesagt war, verbreitete sich viel positive Stimmung im Bus. In Blatten angekommen, wurden die letzten Vorbereitungen getroffen und dann ging es schon los mit unserer Skihochtourenwoche. Schnell stellte sich heraus, dass unsere erste Etappe, wie von unseren Bergführern prophezeit, keine "Aranciatatour" werden sollte.



Der Aufstieg von Blatten zur Konkordiahütte sollte sich gleich zu einer kleinen konditionellen Challenge für uns herausstellen. Leider mussten wir während unseres Marsches feststellen, dass der strahlende Sonnenschein auch einen bitteren Beigeschmack hatte. Denn auf den Gipfeln links und rechts ober uns, waren hohe Windfahnen zu erkennen, welche uns erahnen ließen, dass wir nach der Lötschenlücke noch einen unangenehmen Begleiter bekommen würden.



Auf der Lötschenlücke angekommen, bestätigte sich unser Verdacht schnell und uns blies ein eisiger, sehr starker Wind entgegen. Aus diesem Grund wurde die eigentlich geplante Abfahrt von der Lötschenlücke auf dem Konkordiaplatz über leicht abfallendes Gelände zu einer echten Schinderei, bei welcher jeder einzelne Zentimeter mit den Stöcken angestoßen werden musste. Auch der letzte Teil unser heutigen Tour hatte es in sich. Während des Aufstiegs über die rund 350 Treppen der Eisenleiter zur Konkordiahütte, blies uns derart der Wind um die Ohren, dass wir jederzeit mit einem Abflug rechnen mussten.



Auf der Hütte angekommen stärkten wir uns rasch wieder beim wohlverdienten Abendessen und begannen dann gleich mit der Tourenplanung für den nächsten Tag. Leider war für Dienstag ähnlich starker Wind vorhergesagt und so mussten wir, trotz strahlendem Sonnenschein, uns den ersten 4000-er abschminken. Geplant wäre das Finsteraarhorn gewesen. Doch wegen der Schneeverfrachtung und der Lawinensituation, es hatte ja die Woche vorher ergiebige Schneefälle gegeben, konnte an eine Besteigung nicht gedacht werden. Wir waren gezwungen, uns auf ein alternatives Gipfelziel zu konzentrieren. Schnell wurden wir fündig und bestimmten das Gross Wannenhorn mit seinen 3.989m als unser Tourenziel für den zweiten Tag.

Gross Wannenhorn
Zeitig ging es los und wir stiegen die Eisenstiege ab auf den Konkordiaplatz. Vom nächtlichen Skidepot stiegen wir mit Skiern zur Grünhornlücke auf, wo dann die erste Abfahrt auf uns wartete. Mit eleganten Schwüngen wedelten wir über feine Gletscherhänge zum Fuße des Gross Wannenhorns. Dort stiegen wir schnell als Seilschaft auf und bewältigten die rund 1000 Hm in kurzer Zeit. Am Gipfel angekommen, suchten wir einen windstillen Platz, auf dem wir uns für die Abfahrt wieder stärkten. Nach der Abfahrt hieß es für uns wieder die Felle aufkleben und den kurzen Aufstieg zur Finsteraarhornhütte zurückzulegen, auf welcher wir die zweite Nacht verbrachten.

Fiescherhörner
Am dritten Tag sollte es endlich mit unseren ersten 4.000-er klappen. Frühmorgens starteten wir Richtung Fiescherhörner. Die Tour begann mit einem langen Marsch über flache Gletscher bis zu den Gletscherbrüchen östlich unserer Gipfelziele. Dort angekommen folgten wir der bereits vorhandenen Spur, welche sich sehr defensiv durch die steilen Gletscherbrüche schlängelte. Wir als Gruppe stiegen in Abständen auf, um die steilen Hänge nicht übermäßig zu strapazieren. Schnell überwunden wir die etwas heikle Situation und befanden uns wieder in etwas flacherem Gelände unterhalb der Fiescherhörner. Auf einer Scharte zwischen den beiden Gipfeln, welche später unser Startpunkt für die Abfahrt rückseitig auf das Ewigschneefeld werden sollte, machten wir unser Skidepot. Zuerst peilten wir das Gross-Fiescherhorn an. In abwechslungsreicher Kletterei über Fels und Eis standen wir am frühen Vormittag des dritten Tages auf unseren ersten 4.000-er.



Kurze Zeit später war mit dem Hinter-Fiescherhorn auch der Zweite schnell erreicht. Anschließen bereiteten wir uns auf die Abfahrt über eine sehr steile Flanke vor. Für die ersten Meter brachten wir noch eine Seilsicherung an, danach war jeder selbst für seine Abfahrt verantwortlich. Doch alle aus der Gruppe konnten die Abfahrt ohne größere Probleme meistern. Am Gletscherboden angekommen mussten wir wieder auffellen und die lange Strecke zur Mönchsjochhütte zurücklegen. Alle aus der Gruppe haben jetzt spätestens verstanden wieso das Ewigschneefeld diesen Namen hat.

Mönch
Am vierten Tag wartete dann ein echter Klassiker auf uns. Geplant war die Besteigung des Mönchs mit seinen 4.099m. Die Skier blieben für diese Tour auf der Hütte und wir machten uns mit montierten Steigeisen auf den Weg zum Einstieg des Grates, welcher in kurzer Zeit von der Mönchjochhütte erreichbar ist. Auch der starke Wind, der unangenehme Begleiter aus den letzten Tagen hatte es für heute gut mit uns gemeint und so konnten wir die Tour bei perfekten Wetterbedingungen und ohne Wind, durführen. Eine französische Seilschaft war bis dreiviertel des Aufstieges vor uns. Auf dem Firngrat zum Gipfel lösten wir sie ab und wir arbeiteten uns Meter für Meter vor.



Sicher und überglücklich erreichten wir den Gipfel. Es war ein sehr alpines Unterfangen für uns alle. Nachfolgende Schweizer Bergführer bedankten sich für die guten Spurarbeit mit einem wohlverdienten Bier auf der Mönchsjochhütte, auf welcher wir eine weitere Nacht blieben.

Asia-Feeling bei der Jungfraubahn
Auch interkulturell hatte unsere Skihochtourenwoche etwas zu bieten. Nach erfolgreicher Gipfelbesteigung fuhren wir mit den Skiern zur Bergstation der Jungfraubahn, wo uns unzählige asiatische Touristen höchst erfreut zum gemeinsamen Fotoshooting empfingen. Die anschließende Besichtigung der gesamten Anlage hat uns alle sehr beeindruckt. Zwei komplett unterschiedliche Welten treffen hier aufeinander. Zum einen hoch alpines und wildes Gelände mit den unendlichen Gletscherwelten des Berner Oberlandes und zum anderen die touristisch angelegten Strukturen mit der Jungfraubahn, welche es auch "Nicht-Alpinisten" ermöglicht Bergluft zu schnuppern. 99,9% der Touristen sind Asiaten.



Jungfrau
Am Freitag war dann noch die Besteigung unseres vierten 4.000-er geplant, welche lange wegen der Schneesituation auf Messers Schneide stand. Nach fünf herrlichen Sonnentagen waren wir trotzdem die ersten, die auf der Jungfrau eine "junfräuliche" Spur setzten durften. Schnell überwunden wir einen ersten steilen Hang und arbeiteten uns weiter nach oben. Unterhalb des Rottalsattels vergrößerten wir nochmals die Abstände in der Gruppe um kein weiteres Risiko einzugehen. Am Sattel angekommen, deponierten wir unsere Skier und montierten die Steigeisen. Anfangs spurten wir im kniehohen Schnee bis wir die Steilflanke erreichten. Ab da gingen wir im kurzen Seil weiter und überwunden die letzten Höhenmeter bis zum Gipfel. Alle waren überglücklich auch diesen Gipfel erfolgreich bezwungen zu haben und so stiegen wir wieder bis zu unseren Skiern ab. Dort angekommen, stärkten wir uns für die weitere Abfahrt über schönste Gletscherhänge mit feinstem Firn. Doch nicht alles war so perfekt, denn es wartete noch ein Aufstieg von ca. 400 Hm auf uns. Auch dieser wurde überwunden und eine weitere Abfahrt wartete auf uns. Ein weiteres Mal durften wir an diesem Tag unsre Feller aufkleben, um bis auf der Hollandiahütte, unsere letzte Hütte, aufzusteigen.



Am letzten Tag wären noch zwei Gipfel in Hüttennähe auf dem Programm gewesen. Doch an diesem Tag spielte das Wetter nicht mehr mit, weshalb wir uns entschieden, direkt ins Tal nach Blatten abzufahren. Aufgrund der vergangenen wunderschönen Tage war die Enttäuschung in der Gruppe auch nicht sehr groß.
Wir jungen Alpinisten, Ewald, Thomas, Stefan, Martin, Philipp und Kurt, bedanken uns herzlich beim AVS für die Ermöglichung dieser Skihochtourenwoche. Ein ebenso großer Dank geht an unsere beiden Bergführer Matthias Hofer und Markus Staffler, welche uns immer mit Rat und Tat zur Seite standen und uns halfen unsere alpinistischen Grenzen nach vorne zu verschieben.

Herzlichen Dank!
Kurt Oberrauch

Zur Fotogalerie

Mit Unterstützung von:

        
​         

AVS-Projekt ALPINIST: Skihochtourenwoche im Berner Oberland
 
 
AVS-Projekt ALPINIST: Skihochtourenwoche im Berner Oberland
 
 
AVS-Projekt ALPINIST: Skihochtourenwoche im Berner Oberland
 
 

 



Alpenverein
im Oktober
 
Mo Di Mi Do Fr Sa So
1 2 3 4 5 6 7
8 9 10 11 12 13 14
15 16 17 18 19 20 21
22 23 24 25 26 27 28
29 30 31
Kurse & Weiterbildung
Touren und Tätigkeiten
 



Ingrid Beikircher
Vizepräsidentin Gesamtverein
Auf dass wir
die Seele der Berge
erkennen
und gemeinsam
in die Herzen der Menschen
tragen...
 


Wetter & Lawinenlage
Sonntag

20°
Montag
-3°
20°
Dienstag

22°

Alpenverein Südtirol AVS
I-39100 Bozen / Giottostraße 3
Tel. +39 0471 - 97 81 41
Fax +39 0471 - 98 00 11
E-Mail
Pec
Web www.alpenverein.it
© 2018 Alpenverein Südtirol - MwSt-Nr. & St-Nr. 00370470213 / www.alpenverein.it - / Impressum / Cookies / Datenschutzerklärung / Sitemap produced by Zeppelin Group - Internet Marketing