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Tourenbericht 3 - Eiger-Mönch-Jungfrau-Überschreitung

Tourenbericht 3 - Eiger-Mönch-Jungfrau-Überschreitung
 
 
Eiger 3.970 über Mittellegigrat,Eigerjöcher NO-Grad Mönch und Jungfrau


Text  Volgger Dorothea  11.-13.-08 2015

Strecke:  1.Tag Aufstieg;Eismeer - Mittellegihütte - Eiger- Eigerjöcher – Eigergletscher  -Mönch Nordostgrad  - Südostgrad - Mönchsjochhütte

Zufahrt zum Ausgangspunkt:    Grindelwald- Kleine Scheidegg  - Station Eismeer

Unterkunftmöglichkeiten:          Mittellegihüttedes Bergführervereins Grindelwald

Das erste Highlight des Tages war bei der Ankunft in
Grindelwald…kein geringerer als Stephan Siegrist parkte neben uns und hat meine
Wenigkeit auch noch sofort wiedererkannt. Kurz vor Mittag gings dann mit der
Jungfraubahn von Grindelwald Grund, auf die kleine Scheidegg. Schon dieser
erste Teil der Fahrt, war Aufgrund der mit dieser Gegend verbundenen außergewöhnlichen
bergsteigerischen Geschichte, ein Erlebnis.Vorbei geht's an Alpiglen, auf
dessen Almen viele der Erstbesteigungs-Aspiranten ihre Zelte aufgeschlagen
hatten; und dann auf der kleinen Scheidegg selbst, von wo aus Tragödien
beobachtet und Rettungsversuche unternommen wurden.Umsteigen, man zockelt in
der Zahnradbahn an mampfenden Kühen und meterhoch vergletscherten Felswänden
entlang, in einem Tunnel durch den Eiger aufwärts, Fotostopp mit
Gänsehautgarantie am Panoramafenster.Für uns heisst es  Aussteigen,Station Eismeer erreicht.

Der kleinste Gipfel des Berner Dreigestirns bietet mit dem
Mittellegigrat sicherlich eine der spannendsten Routen' desselbigen. Durch
seine messerscharfe Exposition kann man während er gesamten Tour einen
gewaltigen Tiefblick geniessen.

Mittellegihütte (ZS, IV)

Stützpunkt für unsere Tour ist die fantastische Mittellegihütte direkt auf dem
Grat. Der kürzeste, wohl aber auch teuerste Weg sie zu erreichen ,mit der Jungfraubahn  bis Station Eismeer auf 3160m. Dort steigen wir  via Stollen direkt auf den  Eismeer Gletscher. Wir  rüsteten uns  gleich vor Betreten des Stollens komplett mit
Seil und Steigeisen aus, weil der Boden des Tunnels mit Blankeis gepflastert
war.

Einmal auf dem Gletscher, befinden wir uns sofort in einem
durch Steinschlag gefährdeten Bereich. Schnell weitergehen heisst die Devise,
wobei wir  zusätzlich auch noch einige
Eisabbrüche passieren müssen. Über den Challifirn gelangen wir zum Einstieg in
den Fels, der sich bei der zweiten Schneezunge unterhalb des Grossen Turms
befindet . Der Einstieg meiner Ansicht die schwierigste Kletterstelle der
ganzen Tour, eine trittarme Platte (ca. 4a).Nun in absolut weglosem und
brüchigem Gelände auf Bändern zur eindrucksvoll auf einem Felssporn des
Nordostgrades gelegenen Mittellegihütte.

Die Mittellegihütte auf 3350m ist sehr schön gelegen, mit
viel Tiefblick. Erst 2001 gebaut, hat man in den Betten gut Platz und die
Räumlichkeiten sind schön und hell gebaut. Die Hüttenwartin Corinne bot einen
Service wie ich (wir)ihm wohl noch kaum je in einer Hütte erlebt hatte:
Wirklich hervorragend und sehr zu empfehlen!

Mittellegigrat (S,IV)

So durften wir am nächsten Tag als letzte  führerlose Seilschaft starten. Der Verlauf
der Route ist eigentlich sehr klar, praktisch alle Hindernisse werden
überstiegen. Als Schlüsselstelle bezeichne ich eine plattige und etwas
abdrängende Verschneidung kurz vor dem Grossen Turm (ca. 3c). Bei allen
Kletterstellen findet man aber solide Standhaken, so dass ein Totalabsturz
weitgehend vermieden werden kann.Wir gingen meist ohne Sicherung,nur einzelne
Stellen wurden gesichert,so kamen wir schnell voran und konnten alle vor uns
überholen.Teilweise ist der Fels brüchig der Grad ausgesetzt,es pfeift auf
beiden Seiten steil abwärts.

Vom Grossen Turm seilten wir zu den Fixseilen des grossen
Steilaufschwungs ab. Danach folgen noch einige kleinere Türme, bis der Grat
wieder etwas flacher wurde. Mit Blick nach vorne montierten wir ab hier die
Steigeisen. Kurz vor dem Firngrat des Gipfels gab es noch eine etwas plattige
Stelle (ca. 3a).

Ganz am Schluss folgte ein bilderbuchmässiger Firngrat, der sich
mit dem Anstieg aus der Nordwand vereint und atemberaubende Tiefblicke
erlaubt.Jetzt sind gute Nerven  und kein
Fehltritt erlaubt,denn das würde uns das 
45° steile,ausgesetzte Finale nicht verzeihen.

Wir benötigten ca 3. Stunden. Es
war wirklich ein tolles Gefühl am Gipfel des Eigers zu stehen. Von der Nordwand
herauf zog  teilweise Nebel,auf der
Südseite war die Sicht meist besser.

So richtig entspannt waren wir
jedoch nicht, wussten wir doch, dass noch ein langer und anspruchsvoller
Abstieg auf uns wartete! Für den Abstieg geht's erstmal in das nördl.
Eigerjoch. Insgesamt haben wir uns einige male abgeseilt, dazwischen immer
etwas Gehgelände. Etwas unangenehm ist auch das letzte Stück ins nördliche
Eigerjoch, abwärtsgeschichteter, geröllbedeckter Fels erfordert hier volle
Aufmerksamkeit. Vom nördl. Eigerjoch geht's über ein zuletzt zunehmend steiler
werdendes Schneefeld wieder in die Felsen. Der Übergang vom Eis in den Fels
verlangt hier zwei drei beherzte Kletterzüge, vor allem, da es hier keine
gescheite Sicherungsmöglichkeit gibt. Weiter geht's dann im Blockgelände und
über eine sehr schön zu kletternde Steilstufe, bevor man auf ein zweites
Schneefeld trifft.

Dieses geleitet nun zur
'offiziellen Schlüsselstelle' der Tour. Von der Weite fragt man sich wirklich,
wie und wo man diesen Felszacken be-, um- oder überklettern soll. Diese Stelle schaut
dann so aus, dass man ein, zwei Schritte um eine senkrechte Kante machen muss.
Uns ist diese Stelle überraschend leicht gefallen.So, die Hauptschwierigkeiten
lagen nun hinter uns, leider zog sich der restliche Felsgrat ins südliche
Eigerjoch doch noch. Nochmal in eine Scharte runter, wieder rauf, noch ein paar
ausgesetztere Gratstellen ... doch dann Endlich, in mehr oder weniger
absturzgefährdetem Gelände, erreichten wir den Firnsattel des südlichen
Eigerjochs.

Und nun stehen wir vor der
Nordwand des Mönch,eine kurze Rast mit Beratung ob es die Verhältnisse erlauben
den Nordostgrad als Aufstiegsroute für die Überschreitung des Mönchs zu begehen,ist
einstimmig.Nach überwindung der Randspalte,geht es sofort ordentlich zur
Sache.Erwin macht das meisterhaft. Wir gelangen in felsiges Gelände und schon
bald merken wir dass die Felspassagen uns ans Limit bringen, weil kein Stein
fest und stabil ist.Wir tasteten uns wie auf Eiern nach oben,da ein  Sichern unmöglich war.Endlich wieder festes
unter den Füssen und unsere Eisgeräte erfreuten sich der Steilheit die uns recht
zügig auf den Gipfel brachten.Was für ein Aussichtpanorama erwartete uns da!Die
Welt liegt uns zu Füssen.

Über den steilen und stellenweise
ausgesetzten Firngrat  des SO-Grades
steigen wir ab und queren zu unserem 2.Nächtigungsziel der Mönchsjochhütte auf
3.657m gelegen.

Mönch 4.107m - Nordostgrat- Schwierigkeit: ZS +  Zeitaufwand: 2Std.  vom Firnsattel des südlichen Eigerjochs

Jungfrau-Die kalte Schöne

Ein Abenteuer ist die Eroberung des ersten erklommenen
Viertausenders der Schweiz bis heute.

Da die einstmals geplante Weiterführung der Jungfraubahn bis
auf den Gipfel Gott sei Dank nicht realisiert wurde, bleibt die Jungfrau auch
heute noch ein lohnendes Ziel,das zu Fuß sicherlich viel intensiver und
ursprünglicher ist, als bis ganz nach oben mit der Zahnradbahn zu rattern.

Um 03.30 klingelt der Wecker.Katzenwäsche, Rucksack packen,Frühstück .

Von der Mönchsjochhütte steigen wir  zunächst zum Sphinxstollen am Jungfraujoch
ab.Von dort  geht es weiter über denobersten Teil des Jungfraufirns bis zum Fuß des Kranzbergeggs. Über den Riss gerade
hinauf auf ein Band unter einer steilen Wand.Über einen schuttigen Felsrücken steigen
wir  hinauf zum Kranzbergegg.Auf diesem
Grat weiter nach oben und die Nordostflanke des Rottalhorns queren. Nun müssen
wir  die Gletscher-Randspalte, hoch wieeine Hauswand, die zum Rottalsattel auf fast 3900m führt überwinden. Geschafft!
Der Sattel ist erreicht. Eben war noch Sonne. Jetzt  weht uns ein eiskalter Wind vom anderen  Abgrund ins Gesicht.Hier geht es fast 1000 m
runter . Es ist die gefährlichste Passage der Jungfrau-Besteigung auf dem
Normalweg .So ein Abgrund gähnt nicht, er macht hellwach. Er beschleunigt den
Herzschlag und den Atem. Hier sind schon viele abgestürzt,und immer wieder
Schauplatz von Unfällen.Vom Rottalsattel steigt man weiter links und quert den
steilen Hang zu den Felsen. Die Steigeisen ins Eis gekrallt, die Pickel unsere
Sicherung…wir treffen wieder auf felsiges Gelände und kraxeln das Felsband hoch
und erreichen den firnigen Gipfelteil , ab nun geht  es recht flott hinauf zum Gipfel. Die Freude
ist gross und die Aussicht grandios…Warme Sonnenstrahlen streicheln unser
Gesicht,leichter Wind weht um die Ohren und unsere Seele  war berührt .Majestätisch präsentieren sich  Mönch und Eiger gegenüber.Der Abstieg führt
uns über die selbe Route. Am Rottalsporn seilen wir ab und vor erreichen des
Jungfraujochs sind nochmals 200hm Steigung zu bewältigen.

Jetzt hat uns die Zivilisation wieder und wir erreichen die
Sphinx am Jungfraujoch.Wir entkommen den Rummel mit der nächsten Bahn. Bei
einer deftigen Portion Rösti  beim Zwischenstopp auf der kl.Scheidegg, verabschieden wir uns schliesslich von den  imposanten Bergen  und danken, dass sie uns so wohlgesinnt waren.

Ca. eine halbe Million Menschen reisen jährlich auf den
"Top of Europe", das Jungfraujoch und besuchen die Sphinx, wo sich
eine alpine Forschungsstation befindet. Von dort genießen sie die grandiose
Aussicht auf die umliegende Schweizer Bergwelt. In die eine Richtung erblickt
man das Grün der grasigen Voralpen, Seen und Städte; in die andere eine Welt
aus Fels, Firn und Eis. Ein großartiger Kontrast von Grün und Weiß! In Richtung
Norden kann man bei klarer Sicht bis zum deutschen Schwarzwald sehen, in
südlicher Richtung bis zu den Walliser Alpen an der italienischen Grenze

Jungfrau 4.158m  - Rottalsattel und Südostgrat  - 
Schwierigkeit: ZS-,III ,55°Zeitaufwand: 3,5 Std. von der Mönchsjochhütte

Auf der langen Rückfahrt nach Hause hatten wir viel Zeit ,über das Erlebte nachzudenken,unsere Eindrücke
Revue passieren zu lassen und die 4.000 in Gedanken noch eimal zu überfliegen.

Team :Volgger Dorothea    https://www.facebook.com/WandernSuedtirol/?fref=ts
Mairegger Erwin                  https://www.facebook.com/erwin.mairegger?fref=ts
Tamara Lunger                    http://www.tamaralunger.com
Lukas Pittl                            http://www.lukaspittl.tirol

 


Tourenbericht 3 - Eiger-Mönch-Jungfrau-Überschreitung
 
 
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Die Liebe zu den Bergen, zur Natur, zu unserem Brauchtum und ganz besonders die Liebe zu unserer Heimat haben mich mit 20 Jahren bewogen, beim AVS Mitglied zu werden....
 


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